Ölmarkt

US-Iran-Verhandlungen in der Sackgasse - Ölpreise ziehen an

Teheran knüpft die Öffnung an ein Ende der US-Seeblockade und eine Aussetzung der Sanktionen. Trump schließt neue Angriffe auf den Iran nicht aus.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Menschen an der Uferpromenade von Bandar Abbas an der Straße von Hormus

Menschen an der Uferpromenade von Bandar Abbas an der Straße von Hormus

© Fatemeh Bahrami/imago

Die Rohölpreise sind am Montag deutlich gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zurückgewiesen hat.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte laut Reuters im frühen asiatischen Handel um 1,27 Prozent auf 105,64 US-Dollar zu. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,76 Prozent auf 93,11 Dollar je Barrel.

Vorschlag mit Sieben-Tage-Fahrplan

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hatte den Plan am Rande der UN-Generalversammlung in New York vorgestellt. Nach seinen Angaben würde Teheran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge binnen einer Woche wieder öffnen und die Atomgespräche mit den USA wiederaufnehmen, sofern Washington seine Seeblockade iranischer Häfen beendet, Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe aussetzt und eine regionale Waffenruhe einschließlich Libanons einhält.

Am sechsten Tag solle die Meerenge offen sein, am siebten Tag sollten Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen beginnen, sagte Araghchi vor Journalisten. Der Vorschlag wurde nach seinen Worten über katarische Vermittler an die US-Seite übermittelt.

Trump lehnte den Plan am Samstag ab. In einem Telefoninterview mit dem US-Portal Axios sagte er am Sonntag, er rechne noch in dieser Woche mit weiteren Gesprächen mit dem Iran. „Sie wollen einen Deal machen, aber es ist nicht der Deal, den ich machen will“, sagte Trump laut Axios. Auf die Frage, ob er neue Angriffe auf den Iran erwäge, antwortete er: „Ich denke immer darüber nach.“

Nach Angaben von Axios könnte eine neue indirekte Verhandlungsrunde bereits am Montag stattfinden – ob die Differenzen überbrückt werden könnten, sei offen.

Teheran wartet auf Antwort der US-Seite

Araghchi erklärte gegenüber dem US-Sender NBC, Teheran wolle trotz der Ablehnung Trumps weiter eine diplomatische Lösung und warte auf eine offizielle Antwort über die Vermittler.

Nach vorläufigen Daten des Datendienstes Kpler legten die Rohölausfuhren wichtiger Produzenten im Nahen Osten im September auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag zu – der höchste Wert seit Kriegsbeginn im Februar. Die Lieferungen durch die Straße von Hormus stiegen dabei auf rund 7,4 Millionen Barrel pro Tag.

Trump sagte Axios, am Wochenende hätten mehr als 20 Millionen Barrel Öl die Meerenge passiert, so viel wie seit Kriegsbeginn nicht. Ein Pentagon-Beamter sagte Axios demnach, allein am Freitagabend seien 22 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge exportiert worden.

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