In den USA war Tanken in einem Oktober noch nie so teuer. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Benzinpreis um gut 40 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Automobilklubs AAA lag der Landesschnitt zuletzt bei 4,26 Dollar je Gallone, umgerechnet gut 1,10 Dollar pro Liter. Für deutsche Verhältnisse klingt das günstig. In einem Land, in dem viele Menschen täglich weite Strecken fahren und kaum Alternativen zum Auto haben, trifft der Sprung die Haushalte aber hart. Diesel, von dem der Warentransport und damit die Preise im Supermarkt abhängen, kostet inzwischen mehr als 6,30 Dollar je Gallone.
Mehr als drei Viertel der Amerikaner nannten die Benzinpreise im Sommer in einer Umfrage eine Belastung für ihr Budget. Das spüren auch jene, die selten tanken. Eine 34-Jährige aus Phoenix im Bundesstaat Arizona arbeitet im Homeoffice und fährt weniger Auto als die meisten Menschen in ihrer Gegend. „Dinge des täglichen Bedarfs sind eindeutig teurer geworden, und die Benzinpreise spielen da sicher mit hinein“, erklärt sie der Berliner Zeitung.
Kurz vor den Zwischenwahlen am 3. November ist die Zapfsäule zum Gradmesser für Donald Trumps Präsidentschaft geworden. Der Republikaner hatte im Wahlkampf 2024 versprochen, die Energiepreise zu halbieren. Nun profitieren ausgerechnet die Ölkonzerne, die ihn damals mitfinanziert haben, von dem Krieg, den seine Regierung führt. Und Elon Musk, der sich mit Trump zwischenzeitlich überworfen hatte, steckt wieder Hunderte Millionen Dollar in den Wahlkampf der Republikaner.
Trump selbst spielte das Problem lange herunter. Im Frühjahr nannte er die gestiegenen Benzinpreise „Peanuts“, im vergangenen Herbst hatte er noch angekündigt, eine Gallone werde bald weniger als zwei Dollar kosten. In einer Umfrage von NPR, PBS und Marist im Mai gaben 63 Prozent der Befragten ihm die Schuld an den gestiegenen Preisen, darunter etwa ein Drittel der Republikaner. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt, war über Monate blockiert und bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Märkte.
USA
Midterms 2026: Wie Benzinpreise und Öl-Milliarden Trump unter Druck setzen
Der Iran-Krieg treibt die Spritpreise, die Ölkonzerne melden Rekordgewinne. Kurz vor der Wahl droht den Republikanern der Verlust des Kongresses.
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US-Präsident Donald Trump steht kurz vor den Zwischenwahlen unter Druck.
© AdMedia/Imago
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