Taiwan

US-Marine: Waffenlieferung an Taiwan wegen Iran-Krieg vorerst „pausiert“

Die USA wollen nach Angaben eines hochrangigen Marine-Vertreters eine geplante Waffenlieferung an Taiwan vorerst pausieren. Taipeh erklärt, es habe davon keine Kenntnis.

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Der amtierende Staatssekretär der US-Marine, Hung Cao

Der amtierende Staatssekretär der US-Marine, Hung Cao

© ZUMA Press/imago

Die USA haben eine geplante Waffenlieferung an Taiwan im Umfang von 14 Milliarden Dollar vorerst ausgesetzt, erklärte der amtierende Staatssekretär der US-Marine, Hung Cao, laut der US-amerikanischen Online-Zeitung The Hill. Hintergrund sei der Krieg gegen den Iran.

„Wir pausieren derzeit, um sicherzustellen, dass wir über die benötigte Munition für Epic Fury verfügen – und davon haben wir reichlich“, sagte er laut The Hill bei einer Kongressanhörung. Mit dem Namen Epic Fury (Epischer Zorn) wird das militärische Vorgehen der USA gegen den Iran bezeichnet.

Das US-Militär habe Berichten zufolge seit Kriegsbeginn Ende Februar Tausende Raketen verbraucht, darunter zahlreiche Marschflugkörper sowie Bestände an Tomahawk- und Patriot-Raketen, hieß es. Das Weiße Haus plant demnach, beim Kongress einen Nachtragshaushalt von 80 bis 100 Milliarden Dollar für den Iran-Krieg zu beantragen.

Trump zu Waffenlieferungen: „Gutes Verhandlungsinstrument“

Die USA stellen „lediglich sicher, dass wir alles haben“, sagte Cao weiter. „Die Rüstungsgeschäfte werden fortgesetzt, sobald die Regierung dies für notwendig erachtet.“ Über eine spätere Freigabe entscheiden Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio, fügte er laut Reuters hinzu.

Hegseth hatte Bedenken über die Munitionsbestände laut The Hill vergangene Woche vor dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses zurückgewiesen. Man wisse genau, was vorhanden sei, und habe „genug von dem, was wir brauchen“, sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte nach seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking erklärt, er sei noch unentschieden, ob er die Waffenlieferung genehmige. Gegenüber dem Sender Fox News sagte er: „Ich halte das vorerst zurück, und es hängt von China ab. Es ist ehrlich gesagt ein sehr gutes Verhandlungsinstrument für uns.“

Taipeh: Keine Informationen erhalten

Taiwans Präsidialamt erklärte am Freitag, es habe von einer Anpassung der Rüstungslieferungen keine Kenntnis. Man habe die Berichte zur Kenntnis genommen, sagte Sprecherin Karen Kuo laut der taiwanesischen Nachrichtenagentur CNA vor Journalisten in Taipeh. Bislang lägen keine entsprechenden Informationen vor. Das Paket soll dem Bericht zufolge unter anderem Abfangraketen vom Typ PAC-3 MSE sowie das Boden-Luft-Raketensystem NASAMS umfassen.

Die USA sind per Gesetz verpflichtet, Taiwan Mittel zur Selbstverteidigung bereitzustellen. China beansprucht die demokratisch regierte Insel als eigenes Gebiet und forderte laut Reuters wiederholt ein Ende der US-Waffenverkäufe. Die Regierung in Taipeh weist die Ansprüche Pekings zurück.

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