Russland hat Japan wegen einer bevorstehenden gemeinsamen Militärübung mit den USA und Australien gewarnt. Moskau kritisiert insbesondere den geplanten Einsatz amerikanischer Typhon-Raketensysteme.
Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, berichtet, übermittelte Russland der japanischen Botschaft in Moskau am Montag einen Protest. Hintergrund sind die bevorstehenden Militärübungen „Orient Shield“, die laut Sacharowa unter anderem in Regionen nahe der russischen Grenze stattfinden sollen.
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Sacharowa sieht „Bedrohung für die Sicherheit Russlands“
Nach Angaben von Interfax geht es Moskau zudem um den geplanten Einsatz amerikanischer Typhon-Systeme bei der Übung. Sacharowa bezeichnete deren Stationierung auf japanischem Gebiet als nicht hinnehmbar und erklärte, sie stelle „eine Bedrohung für die Sicherheit Russlands“ dar.
Russland habe die japanische Botschaft deshalb vor möglichen „kompensatorischen Gegenmaßnahmen“ gewarnt, sagte Sacharowa laut Interfax. Moskau wolle damit ein „angemessenes Maß der nationalen Sicherheit“ gewährleisten.
Typhon-System kann unter anderem Tomahawk-Marschflugkörper abfeuern
Die Militärübung „Orient Shield“ wird nach Angaben von Reuters vom 8. bis 24. September abgehalten. An dem Manöver nehmen Japan, die USA und Australien teil. Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News sollen rund 3700 Soldaten aus den drei Ländern beteiligt sein. Die US-amerikanischen Typhon-Systeme sollen Reuters zufolge erstmals bei der Übung eingesetzt werden.
Das Typhon-System kann nach Angaben der Japan Times unter anderem Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 1600 Kilometern abfeuern. Die US-Streitkräfte wollten das bodengestützte System dem Bericht zufolge zunächst für eine gemeinsame Übung mit dem japanischen Militär in der Präfektur Kagoshima einsetzen.
Für September ist demnach ein weiterer Einsatz bei „Orient Shield“ vorgesehen. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers Shinjiro Koizumi soll das System anschließend auf einen US-Militärstützpunkt in Japan verlegt werden, berichtete die Japan Times. Das bedeute nicht, dass eine dauerhafte Stationierung geplant sei.
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