Die US-Streitkräfte haben im Golf von Oman einen Öltanker manövrierunfähig gemacht, der offenbar Kurs auf einen iranischen Hafen genommen hatte. Das teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Ein Kampfjet vom Typ F/A-18 Super Hornet des Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ habe am Montag eine Präzisionsmunition auf den Maschinen- und Steuerungsbereich des unter der Flagge Palaus fahrenden Tankers „M/T Marivex“ abgefeuert.
Die Besatzung habe zuvor Anweisungen der US-Streitkräfte nicht befolgt. Das knapp 135 Meter lange Schiff sei ohne Ladung in internationalen Gewässern in Richtung Iran unterwegs gewesen, hieß es in der Mitteilung weiter. „Die Marivex fährt nicht mehr in Richtung Iran“, erklärte Centcom nach dem Beschuss.
Siebter Vorfall seit Beginn der Seeblockade
Nach Centcom-Angaben handelt es sich um das siebte Schiff, das seit Beginn der US-Seeblockade gegen den Iran am 13. April außer Gefecht gesetzt wurde. Erst in der vergangenen Woche hatte ein US-Kampfjet nach Angaben von Centcom mit einer Hellfire-Rakete den unter der Flagge Botswanas fahrenden Tanker „M/T Lexie“ beschossen, der die iranische Insel Charg angesteuert hatte.
134 weitere Schiffe seien den Anweisungen gefolgt und umgeleitet worden. 42 Schiffe mit humanitärer Hilfe hätten passieren dürfen.
Israel und Iran signalisieren Deeskalation
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund neuer Spannungen um die seit dem 8. April geltende Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran. Nach einem erneuten Schlagabtausch beider Seiten am Wochenende kündigten beide Regierungen am Montag an, die Angriffe vorerst einzustellen.
Die iranische Militärführung warnte laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars jedoch vor „viel härteren und vernichtenderen Maßnahmen“, sollte Israel seine Angriffe – auch im Süden Libanons – fortsetzen.
Trump forderte Ende der Angriffe
US-Präsident Donald Trump hatte beide Seiten zuvor nach eigenen Angaben aufgefordert, das Feuer sofort einzustellen, und mit Netanjahu telefoniert. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die abschließenden Gespräche über eine Waffenruhe machten Fortschritte.
Ziel ist nach Angaben von Bloomberg eine 60-tägige Feuerpause zwischen Washington und Teheran, die den Weg für ein dauerhaftes Abkommen ebnen soll. Der im Februar zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite begonnene Krieg hat nach Bloomberg-Angaben Tausende Tote gefordert und die globalen Energiemärkte erschüttert.
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