Standortdaten

Mobile Zielscheiben: US-Streitkräfte deaktivieren Werbe-Tracking

Angehörige des US-Militärs im Nahen Osten wurden über kommerzielle Standortdaten ins Visier genommen. Werbe-IDs sind nun gesperrt.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
US-Präsident Donald Trump nimmt am 22. Juli 2026 auf der Dover Air Force Base an der Überführung von US-Soldaten teil, die bei iranischen Angriffen im Nahen Osten getötet wurden.

US-Präsident Donald Trump nimmt am 22. Juli 2026 auf der Dover Air Force Base an der Überführung von US-Soldaten teil, die bei iranischen Angriffen im Nahen Osten getötet wurden.

© Molly Riley/imago

Mehrere Teilstreitkräfte der USA haben die sogenannten Werbe-Identifikationsnummern auf dienstlichen Computern und Mobilgeräten abgeschaltet. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf Schreiben an den demokratischen Senator Ron Wyden sowie eigene Auskünfte der Streitkräfte.

Hintergrund sind Berichte, wonach kommerziell verfügbare Standortdaten genutzt worden seien, um US-Soldaten im Nahen Osten aufzuspüren.

Die Luftwaffe teilte Wyden mit, sie habe die Werbe-IDs auf Rechnern und Mobiltelefonen vor zwei Monaten deaktiviert. Das Sonderkommando US Special Operations Command erklärte in einem eigenen Schreiben, es habe die Kennungen auf seinen Windows-Geräten „kürzlich“ abgeschaltet.

Gegenüber Reuters gab die Armee an, die Kennungen auf Mobilgeräten seien seit Anfang dieses Jahres blockiert, auf Windows-Rechnern bereits vor 2021. Anfragen an die Marine seien hingegen unbeantwortet geblieben.

Standortdaten als Sicherheitsrisiko

Werbe-IDs sind eindeutige Kennungen, die einzelnen Geräten zugeordnet sind. Über sie lässt sich die Nutzung eines Geräts über verschiedene Anwendungen hinweg verfolgen und der Standort bestimmen. Solche Daten werden häufig von Datenhändlern gesammelt und weiterverkauft.

Das US-Zentralkommando Centcom hatte laut einem von Reuters im Mai zitierten Schreiben mehrere Warnungen erhalten, wonach Gegner solche Daten zum Aufspüren oder Überwachen von US-Soldaten im Einsatzgebiet ausgenutzt hätten. Centcom ist unter anderem für die Golfregion zuständig, wo US-Streitkräfte dem iranischen Militär gegenüberstehen.

Abgeordnete fordern Untersuchung

Wyden und der republikanische Abgeordnete Pat Harrigan forderten das Verteidigungsministerium in einem Brief vom Freitag auf, die Schutzmaßnahmen zu überprüfen. Die bisherigen Schritte des Militärs seien nicht wirksam genug, um die Gefahr zu beseitigen, erklärte Wyden.

Harrigan sagte, Gegner der USA dürften nicht mit einer Kreditkarte Informationen kaufen können, mit denen sich amerikanische Soldaten aufspüren ließen. Das Pentagon kündigte laut Reuters an, den Abgeordneten direkt zu antworten.

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