Reportage

US-Wahlkampf in Pennsylvania: „Massendeportationen? So etwas will keiner sehen“

Pennsylvania ist von ländlichen Strukturen geprägt – und von zwei großen Städten. Ein typischer Swing State. Wird Harris hier das Rennen machen? Eine Reportage aus den USA.

Frank Herrmann
8 Min
Kamala Harris bei einer Veranstaltung in Pennsylvania

Kamala Harris bei einer Veranstaltung in Pennsylvania

© Andrew Harnik/AFP

„Eure neuen Nachbarn, wenn Kamala gewinnt“, steht unter dem Bild, das auf zwei Großbildschirmen, links und rechts von der Bühne, erscheint. Zu sehen ist eine Runde bärtiger Männer in wallenden Gewändern, vermutlich in Pakistan oder Afghanistan, die eine amerikanische Flagge verbrennt. Kurz darauf das nächste Foto: Männer in Unterhemden, Männer mit entblößtem Oberkörper, dicht an dicht stehend, braune Haut, Tattoos auf den Armen, der Brust, auf der Stirn. Die Aufnahme soll an eine Bande denken lassen, eine Bande mit Wurzeln in Lateinamerika. „Eure neuen Hausverwalter, wenn Kamala gewählt wird“, ist darunter zu lesen.

Und dann kommt Donald Trump. Schauplatz ist eine Kongresshalle in Lancaster, einer Kleinstadt im Südosten Pennsylvanias, angekündigt hat man die Veranstaltung als Bürgerforum. Nur käme hier niemand auf die Idee, spontan eine kritische Frage zu stellen. Der Moderatorin, einer Sportreporterin, die beim Sender ESPN aufgehört hat, hat die Regie erkennbar die Rolle der Stichwortgeberin zugewiesen. Fragen dürfen auch handverlesene Wähler.

Zum Beispiel Christopher Leppler, der Sheriff von Lancaster: „Wie sichern Sie mit Ihrem Law-and-order-Plan, dass wir Sheriffs genügend Mittel haben, um unsere Gemeinden zu schützen?“ Eine Frau, die einst bei der Marine-Infanterie diente, will wissen, was ein Präsident Trump tun würde, um die medizinische Versorgung von Armeeveteranen zu verbessern. Ein Kneipenbesitzer, der sich als Bob vorstellt, 57 Jahre alt, macht sich Sorgen wegen der Rente. Ob man sich auf Kürzungen einstellen müsse? „Nicht, wenn ich wieder regiere“, antwortet Trump und verspricht, sich „um unsere Leute“ zu kümmern.

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