Glaubt man den Erkenntnissen der Zeitschrift Family Circel, dann steht schon jetzt der Sieger der Präsidentenwahl in den USA fest: Er heißt George W. Bush und daran ist fast nicht mehr zu rütteln. Seit zwölf Jahren bereits sagen die Leser der Familienzeitschrift den Sieger der Präsidentenwahl korrekt voraus und diese Entscheidung trifft nicht das Gehirn, sondern die Zunge oder der Magen. Grundlage für die Auswahl ist das Plätzchen-Rezept der Kandidaten-Gattin, das die Damen bereits zu Jahresbeginn in der Redaktion der Zeitschrift einreichen, damit es veröffentlicht und nachgebacken werden kann. Die Trefferquote liege bei 100 Prozent sagte die langjährige Chefredakteurin Nancy Lloyd vor kurzem der Washington Post und verriet dabei noch ein Geheimnis: "Am Ende geht es nur um Schokolade".Im ersten Jahr der Umfrage lieferten sich Hillary Clinton und die damalige First Lady Barbara Bush einen erbitterten Kampf: Beide reichten Rezepte für Chocolate-Chip-Cookies, also Plätzchen mit Schokoladen-Stücken ein. Doch nach Meinung der Leser hatte Hillary, die noch während des Wahlkampfes Plätzchen-Backen als unemanzipiert ablehnte, das bessere Gefühl für die richtige Mischung. Ihr Mann wurde Präsident. Der Republikaner Bob Dole verlor die Wahl 1996 gegen Bill Clinton und bei Family Circel wunderte sich niemand: Seine Ehefrau Elizabeth hatte ein Rezept für ein Pekan-Nuss-Plätzchen eingereicht, das ohne Schokolade auskam. Tipper Gore, die Ehefrau von Al Gore, wollte ihren Mann mit Gingersnaps zum Präsidenten backen, doch ohne Erfolg. Frau Gore hätte zwar um ein Haar die Wahlprognose des Familienmagazins zerstört, weil ihr Mann (trotz der Gingercookies) die meisten Stimmen erhalten hatte. Doch offenbar bevorzugen die Richter am Obersten US-Gerichtshof Schoko-Plätzchen und machten Bush zum Sieger. Das hat sich First Lady Laura Bush gemerkt und rückt auch in diesem Jahr mit einem Schokoladen-Rezept an. Weniger geschickt war die Frau des demokratischen Kandidaten John Kerry. Teresa Heinz Kerry ist mit einem Kürbiskerne-Gewürzplätzchen-Rezept angetreten. Nach Meinung von Nancy Lloyd von Family Circel brauche man am 2. November gar nicht mehr abzustimmen. Die Wahl sei für Bush entschieden: Einen US-Präsidenten backt man sich eben nur mit Schokolade.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]