Die Ölpreise sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit drei Monaten gefallen. Die Brent-Rohöl-Futures fielen laut Reuters auf 79,97 US-Dollar pro Barrel. Im Handelsverlauf rutschte Brent dem Bericht zufolge zeitweise bis auf 79,61 Dollar ab – ein Niveau, das zuletzt Anfang März erreicht worden war. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 77,23 US-Dollar pro Barrel.
Hintergrund ist eine am Sonntag von den USA und dem Iran verkündete Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Dieses sieht nach Angaben von AFP eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vor.
Die Vereinbarung soll voraussichtlich am Freitag in einem Luxushotel nahe der Schweizer Stadt Luzern unterzeichnet werden, wie das Schweizer Außenministerium laut AFP mitteilte. Zuvor war sie bereits digital unterzeichnet worden. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kündigte laut Reuters an, dass beide Seiten am Freitag in der Schweiz eine neue Gesprächsrunde aufnehmen würden, um eine endgültige Vereinbarung zu erzielen.
US-Präsident Donald Trump stellte nach der Einigung eine Öffnung der seit Kriegsbeginn weitgehend blockierten Meerenge sowie eine gebührenfreie Durchfahrt in Aussicht. Wie Bloomberg berichtet, bekräftigte er am Dienstag, dass bei einer dauerhaften Öffnung keine Mautgebühren erhoben würden. Das iranische Außenministerium erklärte laut AFP, es sollen Gebühren für maritime Dienstleistungen anfallen.
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Banken senken Preisprognosen
Mehrere Großbanken passten ihre Prognosen an. Goldman Sachs senkte laut Reuters die Brent-Erwartung für das vierte Quartal von 90 auf 80 Dollar und geht nun davon aus, dass die Exporte aus der Golfregion bereits Ende Juli wieder das Vorkriegsniveau erreichen. Morgan Stanley rechnet nach Bloomberg-Informationen damit, dass bis September rund die Hälfte und bis Dezember 80 Prozent der Förderung zurückkehren.
Die Commerzbank äußerte sich vorsichtiger: Selbst im günstigsten Fall werde es einige Zeit dauern, bis sich der Schiffsverkehr und damit die Energieexporte aus der Golfregion normalisiert hätten, hieß es in einer von Reuters zitierten Analystennotiz. Das Institut erwartet zum Jahresende einen Brent-Preis von 85 Dollar und eine Rückkehr auf das Vorkriegsniveau von etwa 65 Dollar im kommenden Jahr.
Nach Angaben der Analysefirma Kpler, die Bloomberg zitiert, liegen derzeit rund 118 beladene Tanker in der Region fest. Diese könnten die Meerenge innerhalb von zehn bis 15 Tagen verlassen. Vor Kriegsbeginn passierte etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung die Meerenge. (mit AFP)
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