Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz nach Angaben der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten „Vorfälle und Kommunikationspannen“ verhindert und eine sichere Schifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die beiden Staaten in der Nacht auf Montag nach der ersten Verhandlungsrunde.
Die Gespräche auf dem Bürgenstock in den Schweizer Alpen seien in einer „positiven und konstruktiven Atmosphäre“ geführt worden, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Die Delegationen verständigten sich demnach auch auf einen Fahrplan, um innerhalb von 60 Tagen eine dauerhafte Friedenslösung zu erreichen. Technische Gespräche sollen die gesamte Woche über fortgesetzt werden.
Nach Trump-Drohung: Irans Delegation bricht Gespräche mit US-Delegation ab
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Straße von Hormus bleibt zentraler Streitpunkt
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Engpässen des weltweiten Energiehandels. Nach Darstellung Teherans hatte der Iran am Wochenende erneut den Schiffsverkehr durch die Meerenge gestoppt. Als Grund nannte Teheran, die USA hätten ihre Zusage nicht eingehalten, die Kämpfe im Libanon zu beenden. US-Vertreter bestritten laut Reuters, dass die Meerenge geschlossen sei.
Reuters berichtete unter Berufung auf Daten des Analyseunternehmens Kpler, dass am Sonntag nur fünf Schiffe die Straße von Hormus passiert hätten. Einen Tag zuvor seien es noch 26 gewesen. Die Daten könnten allerdings Schiffe nicht erfassen, die im Golf ihre Transponder ausschalten.
Nach Angaben eines US-Diplomaten ging es in der Schweiz auch darum, „verwirrende Botschaften“ aus dem Iran zur Straße von Hormus zu klären und Mechanismen zur Vermeidung militärischer Zwischenfälle aufzubauen.
Trump drohte dem Iran mit neuen Angriffen
Die erste Verhandlungsrunde begann angespannt. Kurz vor Beginn der Gespräche berichtete Fox News, US-Präsident Donald Trump habe dem Iran für den Fall einer erneuten Schließung der Straße von Hormus gedroht. Trump sagte demnach, der Iran werde dann „kein Land“ mehr haben. Zudem wiederholte er die Drohung, die USA könnten die Kontrolle über die Wasserstraße übernehmen und selbst Gebühren erheben.
Auch wegen der Lage im Libanon verschärfte Trump den Ton. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er den Iran auf, seine „hochbezahlten Stellvertreter“ im Libanon sofort zu stoppen. Andernfalls werde man den Iran erneut „sehr hart“ treffen, „nur härter“, schrieb Trump.
Nach Angaben der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim weigerte sich die iranische Delegation nach Bekanntwerden der Trump-Äußerungen zunächst, in den Verhandlungsraum zurückzukehren. Nachrichten seien aber weiter über die Vermittler aus Katar und Pakistan ausgetauscht worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete ebenfalls von einer Unterbrechung. Ein an den Gesprächen beteiligter US-Diplomat sagte Reuters dagegen, die Iraner hätten den Ort nicht verlassen und weiter bis tief in die Nacht verhandelt.
Libanon soll Teil einer Friedenslösung werden
Neben der Straße von Hormus ging es bei den Gesprächen auch um den Krieg im Libanon. Nach Angaben Katars und Pakistans soll gemeinsam mit dem Libanon eine Art Konfliktlösungsstab eingerichtet werden, damit die Gefechte dort enden. Im Libanon bekämpfen sich Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sprach auf X von einem „großen Erfolg“ für ein Ende des „Libanon-Kriegs“. Reuters berichtete, US-Vizepräsident JD Vance habe zu Beginn der Gespräche die Auswirkungen der Gewalt im Libanon heruntergespielt und zugleich von Fortschritten bei den Bemühungen um ein Ende der Kämpfe gesprochen. „Diese Dinge sind immer ein bisschen chaotisch“, sagte Vance demnach.
Nach Reuters-Angaben war der Sonntag im Libanon einer der ruhigsten Tage seit längerer Zeit. Größere Gewalt wurde bis zum Abend zunächst nicht gemeldet. Zugleich kehrten im Süden des Landes einige Menschen in ihre Heimatorte zurück. Reuters-Journalisten berichteten von dichtem Verkehr und Menschen, die am Straßenrand Hisbollah-Flaggen schwenkten.
Iran meldet Zugeständnisse bei Öl und Vermögen
Ein weiterer Streitpunkt ist die Umsetzung des in der vergangenen Woche vereinbarten Rahmenabkommens. Nach Angaben von Reuters hatte US-Vizepräsident Vance die Gespräche mit iranischen Vertretern am Sonntag auf Grundlage einer Vereinbarung eröffnet, mit der eine fragile Waffenruhe aus dem April um mindestens weitere 60 Tage verlängert werden soll.
Araghtschi erklärte auf X, der Iran habe bei den Gesprächen Ausnahmen für Öl- und Petrochemieexporte, die Freigabe eines Teils eingefrorener Vermögenswerte sowie den Start eines Wiederaufbau- und Entwicklungsplans für den Iran erreicht. Eine unmittelbare Bestätigung aus dem Weißen Haus lag Reuters zufolge zunächst nicht vor.
Nach Darstellung der iranischen Seite sollten Gespräche über das Atomprogramm erst beginnen, wenn andere Teile der Vereinbarung umgesetzt seien. Dazu zählten aus iranischer Sicht die Freigabe eingefrorener Gelder und US-Ausnahmen für iranische Ölexporte. Das iranische Atomprogramm gilt weiterhin als eines der zentralen Konfliktthemen zwischen Washington und Teheran.
Technische Gespräche gehen weiter
Delegationen der USA und des Iran hatten am Sonntag in einem Luxushotel auf dem Bürgenstock mit den Gesprächen begonnen. Die erste Runde endete in der Nacht auf Montag. Nach Angaben der Vermittler sollen hochrangige Gespräche zunächst abgeschlossen werden, während Fachbeamte die Verhandlungen in den kommenden Tagen fortsetzen.
CNN berichtete unter Berufung auf die Vermittler, beide Seiten hätten „ermutigende Fortschritte“ erzielt. Zuvor hatte der Verlauf der Gespräche wegen Trumps Drohungen zeitweise unsicher gewirkt.
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