Spannungen

Bericht: US-Militär trifft Vorbereitungen für möglichen Einsatz rund um Kuba

Ein internes Schreiben der US-Armee verlangt Angaben zu kurzfristig verfügbaren Verbänden. US-Beamte bringen die Planungen mit Kuba in Verbindung.

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Der US-Zerstörer USS Winston S. Churchill bei einer Patrouille in der Karibik.

Der US-Zerstörer USS Winston S. Churchill bei einer Patrouille in der Karibik.

© Rylin Paul/U.S. Navy/imago

Das US-Militär treibt offenbar Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz im Zusammenhang mit Kuba voran. Nach einem Bericht von CBS News prüft die Army Reserve derzeit, welche Verbände sie dem für Lateinamerika und die Karibik zuständigen U.S. Southern Command innerhalb der kommenden Monate zur Verfügung stellen könnte. Grundlage ist ein internes Schreiben der Armee, das der Sender einsehen konnte.

Das Dokument selbst erwähnt Kuba nicht. Mehrere US-Beamte erklärten CBS News jedoch unter der Bedingung der Anonymität, die Anfrage sei Teil fortgesetzter militärischer Planungen mit Blick auf die Insel. Aus dem Schreiben geht nicht hervor, dass Einheiten bereits Einsatzbefehle erhalten hätten. Auch Zielort, Umfang und mögliche Aufgabe eines Einsatzes werden darin nicht genannt.

Die Army Reserve fordert dem Bericht zufolge untergeordnete Kommandos auf, die Verfügbarkeit von sechs unterschiedlichen Verbandsarten zu melden. Diese könnten dem Schreiben zufolge möglicherweise innerhalb von 90 bis 120 Tagen benötigt werden. Die Rückmeldungen sollten bis zum 25. September vorliegen.

Militärpolizei, Ärzte und Logistiker angefragt

Unter den abgefragten Kräften befinden sich nach CBS-Angaben ein Logistikbataillon, ein Pionierbataillon und ein Kommando zur Koordinierung umfangreicher Nachschuboperationen. Hinzu kommen eine Sanitätsbrigade, eine Einheit für Notfallchirurgie und Traumaversorgung sowie eine Militärpolizeibrigade.

Das Southern Command wollte zu möglichen Einsatzbewegungen und Zeitplänen keine Einzelheiten nennen. Es teilte CBS lediglich mit, das Kommando stimme sich fortlaufend mit den US-Streitkräften über mögliche Anforderungen in seinem Zuständigkeitsgebiet ab. Die Army Reserve reagierte vor Veröffentlichung des Berichts nicht auf eine Anfrage des Senders.

Die aktuellen Vorbereitungen knüpfen an frühere Planungen an. Nach Angaben von CBS führten US-Streitkräfte in diesem Jahr bereits Aufklärungsoperationen am Meeresboden und in den Seegebieten rund um Kuba durch. Teile der US-Luftstreitkräfte seien zeitweise in erhöhte Bereitschaft versetzt und auf eine mögliche Verlegung vorbereitet worden. Diese Pläne wurden damals nicht umgesetzt.

Pentagon prüfte Luftlandeoperation mit Tausenden Soldaten

Bereits im Juli hatte CBS News unter Berufung auf mehrere US-Beamte berichtet, dass Militärplaner verschiedene Optionen für ein Vorgehen gegen Kuba untersucht hätten. Darunter befand sich demnach eine von der US-Armee geführte Luftlandeoperation mit mehreren Tausend Soldaten der 101. Luftlandedivision. Die damaligen Quellen betonten ausdrücklich, dass weder Präsident Donald Trump noch das Pentagon eine solche Operation beschlossen hätten.

Schon im Mai hatten Pentagon und der Militärgeheimdienst DIA nach Angaben des Senders analysiert, wie Kuba auf einen möglichen US-Angriff reagieren könnte. Zugleich sei mit der Entwicklung militärischer Optionen für Trump begonnen worden. Auch hierbei handelte es sich um Planungen und Szenarien, nicht um einen Einsatzbefehl.

Die amerikanischen Geheimdienste beschreiben Kuba in ihrer Bedrohungsanalyse für 2026 vor allem im Zusammenhang mit dem wachsenden Einfluss anderer Staaten in Lateinamerika. Russland wolle seine sicherheitspolitischen und diplomatischen Beziehungen zu Kuba ausbauen, während China, Russland und der Iran ihre politische, wirtschaftliche und militärische Präsenz in der Region festigen wollten.

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Trump kündigt „grundlegenden Wandel“ in Kuba an

Die militärischen Planungen fallen mit einer weiteren Verschärfung des politischen Drucks auf Havanna zusammen. Erst am Dienstag sagte Trump vor der UN-Generalversammlung, seine Regierung strebe einen „grundlegenden Wandel“ der Lage in Kuba an. Die kommunistische Regierung werde fallen, erklärte der US-Präsident, und kündigte an, dass „Freiheit nach Kuba kommen“ werde. Reuters zufolge verließ die kubanische Delegation während seiner Rede den Saal.

Washington hat den wirtschaftlichen Druck auf Kuba in diesem Jahr erheblich erhöht. Reuters berichtet von einer von den USA verhängten Blockade kubanischer Ölimporte, während das Land mit Treibstoffmangel, Stromausfällen und maroder Infrastruktur kämpft. Die kubanische Führung wirft Washington wirtschaftliche Kriegsführung vor.

Trump hatte sich bereits zuvor wiederholt offen über ein mögliches Vorgehen gegen Kuba geäußert. Im März sagte er nach Angaben von CBS News, er glaube, er werde die „Ehre haben, Kuba zu übernehmen“, und erklärte kurze Zeit später: „Kuba wird als Nächstes dran sein.“ Diese Äußerungen machen die aktuellen militärischen Vorbereitungen politisch besonders brisant.

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