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Bis zu 40.000 US-Soldaten könnten Europa verlassen – Deutschland besonders betroffen

Die Trump-Regierung erwägt, ihre Militärpräsenz in Europa drastisch zu verkleinern. Im Extremfall wäre fast die Hälfte der derzeit stationierten US-Truppen betroffen.

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US-Fallschirmjäger besteigen auf dem niederländischen Luftwaffenstützpunkt Eindhoven ein Transportflugzeug vom Typ C-130 Hercules.

US-Fallschirmjäger besteigen auf dem niederländischen Luftwaffenstützpunkt Eindhoven ein Transportflugzeug vom Typ C-130 Hercules.

© Dreamstime Vander/imago

Das Pentagon prüft einen weitreichenden Abzug amerikanischer Streitkräfte aus Europa. Nach Informationen von NBC News könnten mindestens 25.000 US-Soldaten den Kontinent verlassen. Eine noch drastischere Variante sehe den Abzug von bis zu 40.000 Soldaten vor.

NBC beruft sich auf sieben amtierende und ehemalige amerikanische sowie westliche Regierungsvertreter. Demnach geht es nicht allein um Soldaten. Auch Flugzeuge, Schiffe, Waffen und weitere militärische Fähigkeiten könnten aus Europa abgezogen oder verlagert werden.

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, betonen mehrere der von NBC zitierten Regierungsvertreter.

Die USA unterhalten derzeit rund 80.000 Soldaten im Verantwortungsbereich ihres Europa-Kommandos. Ein Abzug von 25.000 Soldaten entspräche damit knapp einem Drittel der derzeitigen Präsenz. Bei 40.000 wären es etwa die Hälfte. Das US-Europakommando hatte bereits 2025 angegeben, seine Truppenstärke von rund 105.000 nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine wieder auf knapp 80.000 reduziert zu haben.

Deutschland, Italien und Spanien könnten betroffen sein

Nach NBC-Informationen dürften vor allem Deutschland, Italien und Spanien von Kürzungen betroffen sein. Die drei Länder beherbergen einen großen Teil der dauerhaft in Europa stationierten US-Streitkräfte.

Deutschland ist dabei der wichtigste amerikanische Militärstandort auf dem Kontinent. Ende 2025 waren dort nach Daten des US-Verteidigungsministeriums 36.436 aktive Soldaten stationiert. In Italien waren es 12.662, in Spanien 3814. Deutschland beherbergt unter anderem den Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie die Hauptquartiere des US-Europa- und Afrika-Kommandos.

Wie stark einzelne Standorte betroffen wären, ist noch offen. NBC zufolge könnten Teile der Kräfte auch innerhalb Europas verlegt werden, etwa weiter an die östliche Nato-Flanke.

Das Pentagon erklärte dem Sender, die laufende Überprüfung solle sicherstellen, dass die amerikanische Truppenaufstellung der Strategie von Präsident Donald Trump entspreche. Trump fordert seit Jahren, dass die europäischen Nato-Staaten einen größeren Teil ihrer konventionellen Verteidigung übernehmen.

General soll Pentagon an diesem Freitag Analyse vorlegen

Die Planungen befinden sich derzeit an einem entscheidenden Punkt. Nach NBC-Informationen soll Nato-Oberbefehlshaber und Chef des US-Europakommandos, General Alexus Grynkewich, Verteidigungsminister Pete Hegseth an diesem Freitag seine militärische Analyse vorlegen.

Sie dürfte mehrere Varianten umfassen, darunter Kürzungen bei Boden-, Luft- und Seestreitkräften. Bereits Ende August hatte Reuters unter Berufung auf interne Unterlagen berichtet, die im Juni gestartete sechsmonatige Pentagon-Prüfung solle mindestens vier Optionen für die künftige US-Militärpräsenz in Europa ausarbeiten. Diese sollen Hegseth bis zum 6. November vorliegen.

Reuters berichtete am Donnerstag zudem unabhängig von NBC, dass innerhalb der Regierung ein Abzug von rund 25.000 der etwa 80.000 US-Soldaten geprüft werde.

Neu an den NBC-Recherchen ist damit vor allem das mögliche Ausmaß der radikalsten Variante: Dem Sender zufolge könnte der Abzug sogar bis zu 40.000 Soldaten umfassen.

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Bereits 5000 US-Soldaten aus Deutschland betroffen

Über eine Reduzierung der amerikanischen Streitkräfte in Europa wird seit längerem diskutiert. Bereits im April 2025 berichtete NBC über Pentagon-Überlegungen, bis zu 10.000 der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zusätzlich nach Osteuropa entsandten US-Soldaten abzuziehen. Damals standen vor allem Polen und Rumänien im Mittelpunkt.

Im Frühjahr dieses Jahres gingen die USA einen Schritt weiter. Das Pentagon kündigte den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland innerhalb von sechs bis zwölf Monaten an. Die Maßnahme betrifft etwa 14 Prozent der damals rund 36.000 in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten.

Kurz darauf stoppte Washington zudem die geplante Entsendung von rund 4000 Soldaten nach Polen und Deutschland. Die Truppen sollten ursprünglich im Rahmen der rotierenden amerikanischen Präsenz die Nato-Abschreckung an der Ostflanke verstärken.

Die jetzt diskutierten Größenordnungen gehen jedoch deutlich darüber hinaus.

US-Kongress hat Hürden für großen Truppenabzug geschaffen

Ein Abzug von 25.000 oder sogar 40.000 Soldaten könnte zudem auf Widerstand im US-Kongress stoßen. Demokratische und republikanische Abgeordnete hatten bereits frühere Kürzungen kritisiert.

Der Kongress hat dem Pentagon im Verteidigungshaushalt für 2026 Beschränkungen auferlegt. Sinkt die Zahl der in Europa stationierten oder eingesetzten US-Soldaten für mehr als 45 Tage unter 76.000, müssen unter anderem der Verteidigungsminister und die Führung des Europakommandos dem Kongress zuvor darlegen, dass der Schritt im nationalen Sicherheitsinteresse der USA liegt und mit den Nato-Partnern abgestimmt wurde. Das Gesetz schränkt zudem den Abzug wichtiger militärischer Ausrüstung und die Aufgabe amerikanischer Standorte ein.

Ein großer Abzug wäre damit nicht grundsätzlich ausgeschlossen, für die Regierung aber politisch und rechtlich deutlich komplizierter.

Nato-Verteidigung: Europa soll mehr Verantwortung übernehmen

Die Trump-Regierung begründet ihre Überlegungen mit einer strategischen Neuausrichtung. Europäische Verbündete sollen nach dem Willen Washingtons schrittweise die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung des Kontinents übernehmen, während die USA stärker auf andere Regionen und Konflikte reagieren können.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte bereits im Juni, Washington überprüfe seine europäische Truppenpräsenz und werde die Verbündeten dabei konsultieren. Die europäischen Nato-Staaten und Kanada müssten künftig mehr konventionelle Fähigkeiten bereitstellen.

Die Überlegungen treffen zugleich auf wachsende Sorgen vor Russland. Die Nato bezeichnet Russlands Krieg gegen die Ukraine als schwerste Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit seit Jahrzehnten und hat ihre militärische Präsenz an der Ostflanke seit 2014 deutlich verstärkt.

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