Iran-Krieg

USA und Iran eskalieren den Krieg auf See: Neue Gefechte um Straße von Hormus

Die USA greifen drei iranische Öltanker an. Teheran meldet Gegenangriffe auf mehrere Schiffe und eine US-Marinedrohne.

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Iranische Raketen sowie das Modell eines Klein-U-Boots auf dem Azadi-Platz in Teheran. Die Straße von Hormus ist erneut Schauplatz schwerer Gefechte zwischen Iran und den USA.

Iranische Raketen sowie das Modell eines Klein-U-Boots auf dem Azadi-Platz in Teheran. Die Straße von Hormus ist erneut Schauplatz schwerer Gefechte zwischen Iran und den USA.

© Fatemeh Bahrami/imago

Amerikanische und iranische Streitkräfte haben sich rund um die Straße von Hormus neue Gefechte geliefert. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker an, nachdem die Revolutionsgarden ballistische Raketen auf zwei US-Kriegsschiffe abgefeuert hatten. Eines der Schiffe sei zerstört, zwei weitere seien dauerhaft außer Gefecht gesetzt worden, teilte das US-Zentralkommando Centcom mit.

Der Tanker „Kylo“ sei nach der Evakuierung seiner Besatzung im Golf von Oman versenkt worden. Die „Stark I“ wurde demnach ebenfalls im Golf von Oman getroffen, die „Downy“ nahe der iranischen Ölverladeinsel Kharg im Persischen Golf. US-Soldaten seien bei den vorangegangenen iranischen Raketenangriffen nicht verletzt worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Die Schiffe gehörten laut Centcom zu einem milliardenschweren Schattennetzwerk, mit dem die Revolutionsgarden und verbündete Gruppen finanziert würden. „Wenn ihr auf zwei unserer Schiffe schießt, werden wir euch noch höhere wirtschaftliche Kosten auferlegen und drei eurer Schiffe ausschalten“, erklärte Centcom-Kommandeur Brad Cooper.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der Nasa zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der Nasa zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.

© The Visible Earth/Nasa/dpa

Iran meldet Angriffe auf sechs Schiffe

Die Revolutionsgarden erklärten anschließend, drei Tanker auf einer von Iran nicht genehmigten Route durch die Straße von Hormus sowie drei mit den USA verbundene Schiffe in anderen Gewässern angegriffen zu haben. Sie warnten die Schifffahrt davor, die Meerenge ohne iranische Erlaubnis zu passieren. Von der britischen Seeverkehrsbehörde UKMTO lagen zunächst jedoch keine Meldungen über Angriffe auf zivile Tanker vor.

Am Sonntag meldeten die Garden zudem einen Angriff auf eine US-Marinedrohne. Diese habe versucht, bei der Einfahrt in die Straße von Hormus in einen „geschützten Bereich“ einzudringen, hieß es in einer vom staatlichen Fernsehsender Irib verbreiteten Stellungnahme. Eine Reaktion des US-Militärs und eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.

Das iranische Außenministerium bezeichnete die Angriffe auf die Tanker als „illegale und aggressive Handlungen“. Sollten die USA ihre Einsätze fortsetzen, werde Iran noch härter gegen amerikanische Kriegsschiffe vorgehen. Centcom drohte seinerseits, falls nötig die „begrenzte und offen liegende Ölflotte“ des Landes zu zerstören.

Tankerverkehr bleibt stark eingeschränkt

Die Gefechte verschärfen den seit Ende Februar andauernden Krieg erneut. Iran hat die Straße von Hormus weitgehend blockiert, während die USA iranische Häfen und Ölexporte mit einer Seeblockade belegen. Vor dem Krieg wurden rund 90 Prozent des iranischen Rohöls über Kharg ausgeführt.

Der zivile Schiffsverkehr durch die Meerenge bleibt äußerst gering. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler durchquerte am Samstag nur ein erfasstes Frachtschiff die Wasserstraße. Einige Tanker passieren Hormus allerdings mit ausgeschalteten Ortungssendern, teils unter dem Schutz des US-Militärs.

Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und war vor Kriegsbeginn eine der wichtigsten Routen des weltweiten Energiehandels. Die erneuten Angriffe verstärken die Sorge vor weiteren Lieferausfällen.

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