Sicherheit

USA ziehen alle Bomber aus britischer Basis ab – offenbar neue Bedrohung gemeldet

Nach dem Terrorverdacht bei RAF Fairford haben die USA sämtliche Bomber zurückbeordert. Über den Anlass ist wenig bekannt, die Ermittlungen dauern an.

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Ein B-1-Lancer-Bomber der US-Luftwaffe startet bei einer Flugschau auf dem britischen Stützpunkt RAF Fairford.

Ein B-1-Lancer-Bomber der US-Luftwaffe startet bei einer Flugschau auf dem britischen Stützpunkt RAF Fairford.

© Dreamstime Soundarde/imago

Die USA haben sämtliche auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford stationierten Bomber an ihre Heimatbasen zurückverlegt. Hintergrund ist nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber CNN eine nicht näher erläuterte neue Bedrohung. Der Abzug folgt auf die Festnahme mehrerer Männer wegen eines möglichen Anschlagsplans gegen die Basis in Gloucestershire. Britische Behörden prüfen eine mögliche Verbindung zu Iran.

Ein Pentagonsprecher bestätigte die Rückverlegung am Sonntag auch gegenüber Reuters. Demnach waren zwölf B-1-Bomber in Fairford stationiert, die für Angriffe auf Iran eingesetzt wurden. Aus Gründen der Einsatzsicherheit habe das US-Militär ihre Bewegungen erst nachträglich öffentlich bestätigen können.

Laut CNN bezeichnete ein mit der Angelegenheit vertrauter US-Vertreter die neue Bedrohung als einen „tatsächlichen sicherheitsrelevanten Vorfall“. Einzelheiten nannte er nicht. Ungewöhnlich sei, dass die Flugzeuge in die USA zurückkehrten, statt auf einen anderen Stützpunkt in der Region auszuweichen. Das britische Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Einige Bomber erst kurz zuvor eingetroffen

Zwei Pentagonquellen sagten dem US-Sender NBC News, der kurzfristige Abzug habe mindestens zwölf Bomber umfasst. Einige seien erst kurz zuvor im Rahmen eines regulären Austauschs in Fairford eingetroffen. Das Pentagon betonte zugleich, die Bomberkräfte könnten weiterhin weltweit Einsätze fliegen, auch direkt von den Vereinigten Staaten aus.

Welche neuen Informationen die Entscheidung auslösten und wie sie mit den bisherigen Ermittlungen zusammenhängen, ist öffentlich nicht bekannt. Auch lässt sich aus dem Abzug allein keine Entscheidung über den weiteren Verlauf der amerikanischen Angriffe auf Iran ableiten.

Die Basis rund 160 Kilometer westlich von London dient den USA seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt für Bombereinsätze im Nahen Osten. Nach Angaben der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press haben Flugzeugbeobachter dort seit Beginn des Irankriegs B-1- und B-52-Bomber registriert. Der Iran hatte zuvor erklärt, Stützpunkte, von denen Angriffe auf sein Territorium ausgingen, als legitime Ziele zu betrachten.

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Benzin gefunden, keine Sprengsätze

Die britische Polizei hatte am frühen Morgen des 27. September fünf Männer nahe Fairford festgenommen. Auslöser waren Hinweise auf drei verdächtige Fahrzeuge. Nach Angaben der britischen Antiterrorpolizei fanden Fachleute bei deren Untersuchung keine improvisierten Sprengsätze, jedoch Benzin. Rund 85 Haushalte waren vorsorglich evakuiert worden.

Die fünf britischen Staatsbürger aus London wurden am folgenden Tag unter strengen Auflagen freigelassen. Sie blieben Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei erklärte, sie prüfe mehrere Möglichkeiten, darunter ein Handeln im Auftrag eines ausländischen Staates. Die Beteiligten könnten dabei wissentlich oder unwissentlich für diesen tätig gewesen sein.

Am 1. Oktober wurde zudem ein 25-jähriger britisch-iranischer Doppelstaatsbürger in London wegen des Verdachts auf Vorbereitung terroristischer Handlungen festgenommen. Wie die Antiterrorpolizei in ihrer Mitteilung vom 3. Oktober erklärte, kam auch er inzwischen gegen Auflagen frei. Die Durchsuchungen zweier Immobilien in Westminster waren abgeschlossen. Die Ermittlungen dauern an.

Iran weist Vorwürfe zurück

Premierminister Andy Burnham sprach laut CNN von starken Hinweisen auf eine Beteiligung Irans. US-Außenminister Marco Rubio verwies ebenfalls auf einen ausländischen Akteur. Öffentlich vorgelegte Belege für eine Steuerung durch Teheran fehlen bislang. Die Polizeimitteilungen legen sich nicht auf einen verantwortlichen Staat fest.

Iran wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und bestellte den britischen Botschafter ein. Nach dem CNN-Bericht forderte der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi London auf, seinen Umgang mit Teheran zu überdenken.

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