St. Petersburg

Neuer Wirtschaftsblock? Usbekistans Präsident sieht „globale Umstrukturierung“

Usbekistans Präsident präsentiert sich beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg als Stimme Zentralasiens neben Russland, China und Afrika.

3 Min
Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew im Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin

Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew im Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin

© Vladimir Smirnov/imago

Der usbekische Präsident Schawkat Mirsijojew hat beim diesjährigen Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF 2026) die Schaffung eines „eurasischen Gürtels der technologischen Industrialisierung“ vorgeschlagen. Auf der Plenarsitzung trat er als Vertreter Zentralasiens neben Vertretern aus Russland, China und Afrika auf.

Mirsijojew sprach am Donnerstag bei der zentralen Plenarsitzung des Forums, auf der vor ihm der russische Präsident Wladimir Putin das Wort ergriffen hatte. Weitere Redner des Plenums waren die tansanische Präsidentin Samia Suluhu Hassan und der chinesische Vizepräsident Han Zheng. Moderiert wurde die Sitzung von einer indischen Journalistin.

Mirsijojew: „Welt durchläuft tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess“

„Die Welt befindet sich in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess“, sagte Mirsijojew laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in seiner Rede. Transportwege veränderten sich, neue Produktionsketten entstünden, moderne Technologieplattformen würden aufgebaut. Usbekistan und Zentralasien insgesamt entwickelten sich zu einem eigenständigen Zentrum wirtschaftlichen Wachstums, an dem sich die Verkehrs-, Technologie- und demografischen Konturen der Zukunft kreuzten.

Konkret schlug der usbekische Präsident die Schaffung eines „eurasischen Technologiegürtels“ vor – ein System vernetzter Produktions- und Technologiecluster, die durch eine zentrale digitale Plattform verbunden sein sollen. Geplant seien vollständige Wertschöpfungsketten von der Technologieentwicklung über die Ausbildung des Personals bis zur Lokalisierung der industriellen Produktion und dem Zugang zu ausländischen Märkten. Umgesetzt werden solle die Initiative über die Industriemesse Innoprom Zentralasien.

Russland als „bewährter Partner und Verbündeter“

Russland bezeichnete Mirsijojew dabei als „langjährigen strategischen Partner und Verbündeten“ Usbekistans. Die Beziehungen seien in eine neue Phase eingetreten und reichten von komplexen industriellen Wertschöpfungsketten bis zu Technologieallianzen. Der bilaterale Handel habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht, das Portfolio gemeinsamer Projekte übersteige 50 Milliarden US-Dollar.

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Bereits umgesetzte regionale Projekte hätten ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Dollar, ein weiteres Investitionspaket in gleicher Höhe sei in Vorbereitung, sagte Mirsijojew. Zu den beteiligten russischen Regionen zählten Moskau und St. Petersburg, Tatarstan und Baschkortostan sowie Krasnojarsk und Perm.

Kooperation mit Russland bei Kernenergie

Mirsijojew verwies auch auf die am Donnerstag mit Putin gestartete Grundsteinlegung für den ersten Block eines integrierten Kernkraftwerks in Usbekistan. Es handle sich um ein langfristiges Entwicklungsprojekt mit dem Aufbau einer neuen Ingenieurschule. Geplant sei zudem eine Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Medizin, Landwirtschaft, Industrie und Wissenschaft.

Das SPIEF findet vom 3. bis 6. Juni unter dem Motto „Pragmatischer Dialog: Der Weg in eine stabile Zukunft" statt. Veranstalter ist die Roscongress-Stiftung. Nach Angaben der Veranstalter nehmen mehr als 24.000 Menschen aus aller Welt an dem Forum in Putins Heimatstadt teil.

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