46,2 Prozent! Fast jeder zweite Wähler gab Vanessa Emde in ihrem Neuköllner Wahlkreis die Erststimme. Einer Politikerin, die mit Palästina-Solidarität Wahlkampf machte und das Existenzrecht von Staaten infrage stellt. Nun möchte die Berliner Linke sie offenbar am liebsten wieder loswerden. Dumm nur: Emde ist keine Außenseiterin, die zufällig ins Parlament geraten ist. Sie wurde von der Partei aufgestellt und von Tausenden Berlinern gewählt.
Zum zweiten Mal innerhalb von elf Tagen erklärt die Fraktionsspitze, mit Emde gebe es keine gemeinsame Arbeitsgrundlage. Zum zweiten Mal bleibt eine Konsequenz aus. Stattdessen sollen Gremien weitere Schritte beraten. Warum tut sich die Linke so schwer mit einer Entscheidung? Womöglich, weil sie damit ausgerechnet jene Parteibasis gegen sich aufbringen würde, die ihr in Neukölln zu großen Wahlerfolgen verholfen hat.
Regierungsbildung
Vanessa Emde ist nur die Spitze des Eisbergs: Was die Berliner Linke lieber verschweigt
Die Berliner Linke ringt um den Ausschluss von Vanessa Emde, denn damit riskiert sie einen Konflikt mit ihrer eigenen Basis, besonders in Neukölln. Ein Kommentar.
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Die Abgeordnete Vanessa Emde (Die Linke) kommt zur Sitzung der Fraktion in das Berliner Abgeordnetenhaus.
© Britta Pedersen/dpa
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