Stilkritik

Kate Mara, John Malkovich, Kendall Jenner: Die Tops und Flops vom Red Carpet

Auch am zweiten Tag der Filmfestspiele in Venedig ist nicht weniger Glamour angesagt: Wer auf dem roten Teppich glänzte – und wer eindeutig über das Ziel hinausschoss.

Marie Hartmann Maxima Tribull
4 Min
Kate Mara, John Malkovich und Kendall Jenner: Wer meistert auch modisch den roten Teppich?

Kate Mara, John Malkovich und Kendall Jenner: Wer meistert auch modisch den roten Teppich?

© Imago

Am zweiten Tag der 83. Filmfestspiele in Venedig kann von modischer Ermüdung keine Rede sein; im Gegenteil – auf dem roten Teppich herrscht denkbarer Aufruhr! Zwischen den Premieren von „Bucking Fastards“ und „Wild Horse Nine“ zog vor allem die Outfitwahl der Promis alle Blicke auf sich. Wer zwischen Glitzer, Glamour und großen Labels restlos überzeugen konnte – und wer modisch komplett daneben griff, lesen Sie in unserer Stilkritik.

<strong>Top:</strong> <strong>Phoebe Waller-Bridge</strong> ist der beste Beweis dafür, dass es für einen Auftritt auf dem roten Teppich nicht unbedingt eine lange Robe braucht. Stattdessen präsentiert sich die Schauspielerin in einer eleganten, weit geschnittenen Wide-Leg-Anzughose, über der ein mondänes Cape aus Seide fließt, das leicht hinter ihr herweht. Oben schließt ihr Ensemble von Celine mit einer lose gebundenen, breiten Schluppe ab. In Kombination mit der schmalen schwarzen Sonnenbrille und ihrem Seitenscheitel verbindet das Outfit puren Chic mit einer gehörigen Portion Laissez-faire.

Top: Phoebe Waller-Bridge ist der beste Beweis dafür, dass es für einen Auftritt auf dem roten Teppich nicht unbedingt eine lange Robe braucht. Stattdessen präsentiert sich die Schauspielerin in einer eleganten, weit geschnittenen Wide-Leg-Anzughose, über der ein mondänes Cape aus Seide fließt, das leicht hinter ihr herweht. Oben schließt ihr Ensemble von Celine mit einer lose gebundenen, breiten Schluppe ab. In Kombination mit der schmalen schwarzen Sonnenbrille und ihrem Seitenscheitel verbindet das Outfit puren Chic mit einer gehörigen Portion Laissez-faire.

© IMAGO/Berzane Nasser/ABACA

<strong>Flop:</strong> Ein ganzheitlich mit schwarzen Pailletten bestücktes Kleid ist ohnehin schon nah am modischen Desaster. Doch bei der amerikanischen Schauspielerin <strong>Kate Mara</strong> trifft der schimmernde Rock auch noch auf zwei grob verglitterte Rechtecke, die wirken, als hätte man sie im stumpf und lieblos auf den Oberkörper geklebt. Zusammengehalten wird das Ganze von einer golfballgroßen Perle – einen anderen Daseinszweck können wir uns für dieses ominöse Detail beim besten Willen nicht ausdenken.

Flop: Ein ganzheitlich mit schwarzen Pailletten bestücktes Kleid ist ohnehin schon nah am modischen Desaster. Doch bei der amerikanischen Schauspielerin Kate Mara trifft der schimmernde Rock auch noch auf zwei grob verglitterte Rechtecke, die wirken, als hätte man sie im stumpf und lieblos auf den Oberkörper geklebt. Zusammengehalten wird das Ganze von einer golfballgroßen Perle – einen anderen Daseinszweck können wir uns für dieses ominöse Detail beim besten Willen nicht ausdenken.

© IMAGO/Dave Bedrosian

<strong>Top:</strong> Vintage auf dem roten Teppich zu tragen, ist grundsätzlich lobenswert, aber das Giorgio-Armani-Kleid, das Model <strong>Kendall Jenner</strong> an diesem Abend trägt, bräuchte diesen Zusatz nicht, um von uns gehuldigt zu werden. Schließlich steht das knöchellange Trägerkleid mit den goldenen, floralen Mustern und champagnerfarbenen Pailletten für den Glamour, den man sich bei so einer Veranstaltung wünscht. Das i-Tüpfelchen wäre da nur noch der hübsche Blumenschmuck gewesen, den das Model 1995 auf dem Runway um den Hals trug.

Top: Vintage auf dem roten Teppich zu tragen, ist grundsätzlich lobenswert, aber das Giorgio-Armani-Kleid, das Model Kendall Jenner an diesem Abend trägt, bräuchte diesen Zusatz nicht, um von uns gehuldigt zu werden. Schließlich steht das knöchellange Trägerkleid mit den goldenen, floralen Mustern und champagnerfarbenen Pailletten für den Glamour, den man sich bei so einer Veranstaltung wünscht. Das i-Tüpfelchen wäre da nur noch der hübsche Blumenschmuck gewesen, den das Model 1995 auf dem Runway um den Hals trug.

© IMAGO/Berzane Nasser/ABACA

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<strong>Flop:</strong> Gute 90 Prozent des Kleides von Armani Privè sehen an <strong>Vittoria Ceretti</strong> absolut hervorragend aus. Das italienische Model scheint geradezu in die bodenlange, tiefschwarze Robe gegossen. Doch leider endet die Eleganz knapp unterhalb der Brust, wo das Kleid in transparenten, mit Steinchen besetzten Stoff übergeht. In der Mitte der Brust verdichten sich die funkelnden Applikationen zu einer kleinen Ansammlung, die leider deplatziert wirkt und unweigerlich an lästigen, schwarzen Schimmel im Badezimmer erinnert.

Flop: Gute 90 Prozent des Kleides von Armani Privè sehen an Vittoria Ceretti absolut hervorragend aus. Das italienische Model scheint geradezu in die bodenlange, tiefschwarze Robe gegossen. Doch leider endet die Eleganz knapp unterhalb der Brust, wo das Kleid in transparenten, mit Steinchen besetzten Stoff übergeht. In der Mitte der Brust verdichten sich die funkelnden Applikationen zu einer kleinen Ansammlung, die leider deplatziert wirkt und unweigerlich an lästigen, schwarzen Schimmel im Badezimmer erinnert.

© IMAGO/Mario Cartelli

<strong>Top:</strong> Zur Premiere von „Bucking Fastards“ setzt <strong>Orlando Bloom</strong>, ganz in männlicher Hauptrollen-Manier, auf einen klassischen schwarzen Anzug mit Fliege – zurückhaltend genug, um seinen Co-Stars den großen Auftritt zu überlassen, aber keineswegs langweilig. Das gewisse bisschen Glamour bringt ihm eine blütenförmige Brosche am Revers, die dem zeitlosen Look eine verspielte Note verleiht.

Top: Zur Premiere von „Bucking Fastards“ setzt Orlando Bloom, ganz in männlicher Hauptrollen-Manier, auf einen klassischen schwarzen Anzug mit Fliege – zurückhaltend genug, um seinen Co-Stars den großen Auftritt zu überlassen, aber keineswegs langweilig. Das gewisse bisschen Glamour bringt ihm eine blütenförmige Brosche am Revers, die dem zeitlosen Look eine verspielte Note verleiht.

© IMAGO/Anna Maria Tinghino

<strong>Flop:</strong> Mermaid-Glamour trifft Coachella – und verirrt sich auf den roten Teppich. Topmodel <strong>Stella Maxwell</strong> setzt am zweiten Tag der Filmfestspiele auf ein schwarzes, transparentes Elie-Saab-Kleid mit Paillettenbesatz, kann damit aber leider nicht an ihre elegante Erscheinung des Vortags anknüpfen. Der glitzernde Netzstoff hätte auf einem Festival bei Sonnenuntergang vermutlich seinen großen Moment, wirkt auf dem Red Carpet jedoch eher fehl am Platz. Beach-Waves und die glitzernde Statement-Kette machen die Meerjungfrauen-Assoziation schließlich perfekt – nur leider mehr Kostüm als Couture.

Flop: Mermaid-Glamour trifft Coachella – und verirrt sich auf den roten Teppich. Topmodel Stella Maxwell setzt am zweiten Tag der Filmfestspiele auf ein schwarzes, transparentes Elie-Saab-Kleid mit Paillettenbesatz, kann damit aber leider nicht an ihre elegante Erscheinung des Vortags anknüpfen. Der glitzernde Netzstoff hätte auf einem Festival bei Sonnenuntergang vermutlich seinen großen Moment, wirkt auf dem Red Carpet jedoch eher fehl am Platz. Beach-Waves und die glitzernde Statement-Kette machen die Meerjungfrauen-Assoziation schließlich perfekt – nur leider mehr Kostüm als Couture.

© IMAGO/Berzane Nasser/ABACA

<strong>Top:</strong> Der „Wild Horse Nine“-Star und Oscar-Favorit John Malkovich beweist mit seinem Dior-Look einmal mehr, dass er nicht nur schauspieltechnisch in der höchsten Liga spielt. Der locker geschnittene schwarze Wollanzug mit spitzem Revers trifft auf ein cremefarbenes Seidenhemd mit Rüschenkragen, das dezent an eine elisabethanische Halskrause erinnert. Sein Interesse für Mode und das Studium des Kostümdesigns steht dem 72-Jährigen sozusagen ins stoffumrahmte Gesicht geschrieben.

Top: Der „Wild Horse Nine“-Star und Oscar-Favorit John Malkovich beweist mit seinem Dior-Look einmal mehr, dass er nicht nur schauspieltechnisch in der höchsten Liga spielt. Der locker geschnittene schwarze Wollanzug mit spitzem Revers trifft auf ein cremefarbenes Seidenhemd mit Rüschenkragen, das dezent an eine elisabethanische Halskrause erinnert. Sein Interesse für Mode und das Studium des Kostümdesigns steht dem 72-Jährigen sozusagen ins stoffumrahmte Gesicht geschrieben.

© IMAGO/Kristina Afanasyeva/Capital Pictures

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