CHARLOTTENBURG/SCHÖNEBERG. Das Global Fashion Festival ist zwar vorbei, doch der Streit um das Mode-Spektakel geht weiter: Jetzt hat Veranstalter Celil Senman Strafanzeige gegen Kurt Lehrke, den Vorstandsvorsitzenden der AG City, und Jennifer Bollow, Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsgemeinschaft, gestellt. Er wirft ihnen Rufmord und Verleumdung vor.Die AG City, ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten der City West, ist der Ausrichter des traditionellen Open-Air-Festes auf dem Kurfürstendamm, das 2002 die in die Jahre gekommene Europaparty ablöste. Als neuen Veranstalter holte sich die AG Senmans Firma Berlin City Event Management GmbH (B.C.E.M.). Doch es gab weiterhin Beschwerden: Die Geschäfte am Kurfürstendamm machten wegen der Sperrung des Boulevards weniger Umsätze, die Stände von fliegenden Händlern wurden als niveaulos kritisiert.In diesem Jahr hatte die AG City das Fest auf dem Kudamm abgesagt und als Grund dafür mangelnde Qualität genannt. Das Fest wurde dann eine Nummer kleiner gefeiert, auf dem Wittenbergplatz im benachbarten Schöneberg. Wie berichtet, gibt es gegen Veranstalter Senman Strafanzeigen von Händlern wegen Betrugsverdachts bei der Verlegung des Standortes. Senman wehrt sich dagegen: "Wir sind dabei, die betreffenden Verträge zu prüfen."Auch Kurt Lehrke will von Verleumdung und Rufmord nichts wissen: "Das weisen wir zurück." Vor einer anwaltlichen Prüfung wolle er aber keinen weiteren Kommentar dazu abgeben, sagte er gestern.Jetzt wird kräftig schmutzige Wäsche gewaschen. Jede Seite wirft der anderen vor, verantwortlich zu sein, dass in diesem Jahr nicht auf dem Kudamm gefeiert wurde. Laut Lehrke hatte die B.C.E.M. nicht wie gewünscht ein neues Konzept für die Veranstaltung vorgelegt. Senman wiederum wirft der AG vor, das Event nicht beim Bezirk angemeldet ihn aber trotzdem zur Kasse gebeten zu haben. Denn er muss rund 50 000 Euro Lizenzgebühren für die Veranstaltung an die Arbeitsgemeinschaft City zahlen: "Diese stellt dann die Anträge ans Bezirksamt." Die Hälfte der Summe habe die AG Ende Juni bekommen. Der Rest wäre nach dem Fest fällig gewesen.Bezirke wollen nicht konkurrierenMit dem Kudammfest wurde von der AG City ursprünglich die Weihnachtsbeleuchtung finanziert. Inzwischen hat das die Firma Wall übernommen. Deshalb wollte Senman die Zahlungen an die Händlergemeinschaft reduzieren: "Dann hätte ich auch weniger, dafür aber bessere Stände organisieren können", sagt er. Warum die AG auf der Zahlung bestand, begründet Kurt Lehrke mit einer "anwaltlich schriftlich festgelegten Vereinbarung".Der Wirtschaftsstadtrat von Charlottenburg-Wimersdorf, Marc Schulte (SPD), will den Zoff zwischen den einstigen Partnern nicht kommentieren. An der AG City als Ausrichter für ein "hochwertiges Fest" im Zentrum-West wolle der Bezirk aber festhalten: "Wir holen bei solchen Aktivitäten immer die Anrainer ins Boot." Für das nächste Jahr erwägt die AG City bereits eine Feier auf dem Breitscheidplatz. Auch auf dem Wittenbergplatz soll weiter gefeiert werden, sagt Stadtrat Oliver Schworck (SPD) aus Tempelhof-Schöneberg, zuständig für das öffentliche Straßenland. Obwohl aus seiner Sicht am diesjährigen Global Fashion Festival nur wenig auszusetzen war, stehe noch nicht fest, ob es 2008 in Schöneberg eine Fortsetzung gibt. Man wolle mit dem Nachbarbezirk zusammenarbeiten: "Es soll keine Konkurrenz um Feste in der City-West geben."------------------------------"Wir wollen den Kurfürstendamm als Weltstadtboulevard präsentieren." Kurt Lehrke, AG City
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]