BERLIN. Angesichts von Spritpreisen auf Rekordniveau verlangen Verbraucherschützer einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes. Der Verkehrsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Holger Krawinkel, sagte der Berliner Zeitung: "Wir fordern für die nächsten zehn Jahre 50 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen in den öffentlichen Verkehr. So stellen wir sicher, dass Mobilität für alle auch ohne Auto attraktiv und bezahlbar wird." Pro Jahr müssten rund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Personennahverkehrs investiert werden, weitere 1,5 Milliarden Euro in die Bahn.Ring-U-Bahn für BerlinMit den Geldern werde die Konkurrenzfähigkeit öffentlicher Verkehrsmittel deutlich steigen, sagte Krawinkel. "Dann ist eine höhere Taktfrequenz möglich, Strecken können beschleunigt werden. Das steigert die Flexibilität für die Reisenden." Sicherheit und Komfort müssten ebenfalls besser werden, damit Menschen, die bisher mit dem Auto unterwegs seien, der Umstieg leichter gemacht werde.Auch neue Verkehrsgroßprojekte kämen in Betracht. So sei der Bau neuer U-Bahnen mit den Geldern möglich. "Für Berlin ist etwa eine Ring-U-Bahn vorstellbar, denn es fehlen wie in vielen anderen Städten derzeit schnelle Querverbindungen." Die öffentlichen Verkehrsmittel müssten zudem besser mit dem Individualverkehr vernetzt werden. Dazu gehörten mehr Parkplätze an Haltestellen sowie der Ausbau von Radwegen.Angesichts der wohl auf Dauer hohen Energiepreise sei eine Gesellschaft, die sparsam mit Ressourcen umgehe, klar im Vorteil, sagte Krawinkel. "Energieeffizienz, und dazu zählt auch der Verkehrssektor, wird ein noch wichtigerer Standortfaktor als bisher." Der VZBV-Experte betonte zudem, das Milliardenprogramm werde den Klimaschutz vorantreiben. "Die Verlagerung von nur einem Prozent des Individualverkehrs auf Busse und Bahnen spart eine Million Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein." (jas.)------------------------------Foto: Straßenbahnen in Hannover: Öffentlicher Nahverkehr spart Energie.
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