Verbraucherzentrale Berlin feiert 50-jähriges Jubiliäum/ Senat berät über weitere Finanzierung

Zukunftssorgen zum Geburtstag

Marin Majica
3 Min

Das Jubiläum der Verbraucherzentrale steht "nicht unter einem guten Stern". Das musste die Vorsitzende des Vereins, Thea Brünner, gestern eingestehen, obwohl sie eigentlich zum Feiern ins Rote Rathaus eingeladen hatte. Die Verbraucherzentrale wurde vor 50 Jahren gegründet. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit konnte nicht zur Feier kommen, denn er sitzt derzeit im Senatsgästehaus im Grunewald mit den Berliner Senatoren bei einer Klausurtagung. Auf der soll es auch um die zukünftige Finanzierung der Verbraucherzentrale gehen. Und es sieht so aus, dass Wowereit als Geburtstagsgeschenk schlechte Nachrichten für den Verein hat.Der bisherigen Planung zufolge soll die Finanzierung der Verbraucherzentrale um 300 000 Euro pro Jahr gekürzt werden. "Kürzungen in dieser Höhe machen uns handlungsunfähig", warnte Brünner beim Festakt. Dabei gibt es eigentlich keinen Zweifel an der Bedeutung der Arbeit des Vereins. "Sie haben eine wichtige Beraterfunktion und Verbraucherschutz ist eine Zukunftsinvestition", lobte Bundesministerin Renate Künast.Angefangen hat 1953 alles unter dem Titel "Neue Hauswirtschaft" mit Beratungen für Frauen und Seminaren zum Thema "Richtige Körperhaltung bei der Hausarbeit" oder "Die Hausfrau am Wochenende". 1973 wurde der Name in "Verbraucherzentrale e.V." geändert. Unter diesem geben heute 25 hauptamtliche und neun ehrenamtliche Mitarbeiter Ratschläge zu zahlreichen Themen. Das Spektrum reicht von Fragen zur individuellen Altersversorgung bis zu Schwierigkeiten mit der Reklamation einer defekten Kaffee-Maschine."Ganz besonders drückt der Schuh im Bereich des unlauteren Wettbewerbs", sagte Vorsitzende Brünner. Ein aktuelles Beispiel sind "Dialer". Diese Programme installieren sich selbst aus dem Internet auf dem Computer. Wählen sich Internet-Benutzer ins World Wide Web ein, ruft der Dialer eine 0190-Nummer statt der bisher genutzten an, wodurch für die Nutzer horrende Telefonkosten entstehen. Dagegen ist das Thema der Verkaufsveranstaltungen altbekannt bei der Verbraucherzentrale. Bereits 1965 erstattete der Verein Anzeige erstattete gegen den Verkauf von Heizdecken in Berliner Kinos. Heutzutage werden die Heizdecken und andere mehr oder weniger nützliche Dinge auf so genannten Kaffeefahrten angeboten - als Busreise getarnte Verkaufsveranstaltungen.Seit 2001 macht die Verbraucherzentrale bei Wettbewerbsverstößen von ihrem Recht Gebrauch, Abmahnungen zu versenden mit der Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungerklärung. 2001 waren es 21, 2002 bereits 76. In diesem Jahr haben die Verbraucherschützer 280 Abmahnungen verschickt.Guter Rat // Seit April 1953 gibt die Verbraucherzentrale Berlin Ratschläge bei fast allen Verbraucherfragen.Der Verein ist Mitglied in zahlreichen Gremien und Organisationen, die sich mit Verbraucherschutz beschäftigen, etwa bei der Stiftung Warentest, in der Diätenkommission des Berliner Abgeordnetenhauses, im Berliner Arbeitskreis Patientenschutz oder in der Ethikkommission des Bundestages.Geschädigte können mittlerweile ihre Ansprüche an die Verbraucherzentrale abtreten, damit der Verein die Ansprüche vor Gericht vertritt.Auskunft gibt die Verbraucherzentrale unter der Nummer 21 48 50 oder im Internet unter www. verbraucherzentrale-berlin. de. Anfragen sind kostenpflichtig.WWW. NEOPLAN. DE Früher gab es Heizdecken im Kino, heute werden sie auf Busfahrten verkauft, den "Kaffeefahrten".

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