Nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen ist vor rund einer Woche eine Drohne entdeckt worden. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung fanden die Ermittler in unmittelbarer Nähe auch eine verdächtige Substanz, bei der es sich um Sprengstoff handeln könnte.
Nach Angaben der Sender alarmierte ein Landwirt die Polizei, nachdem er auf einem dicht bewachsenen Gelände etwa einen Kilometer vom Fliegerhorst entfernt eine in mehrere Teile zerbrochene Drohne entdeckt hatte. Wenige Meter davon entfernt sei verdächtiges Material sichergestellt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die kriminaltechnischen Untersuchungen der Substanz seien noch nicht abgeschlossen.
Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen
Der Fall beschäftigt inzwischen den Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte sich unter Verweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern. Nach Informationen der Rechercheverbunds war der Fund am Dienstag auch Thema in der wöchentlichen Nachrichtendienstlichen Lage im Kanzleramt, bei der die Chefs der Sicherheitsbehörden zusammenkommen.
Nach der Analyse gehen die Ermittler den Recherchen zufolge davon aus, dass die Drohne möglicherweise schon längere Zeit, unter Umständen sogar bereits zwei Jahre lang, in der Nähe des Bundeswehrstandorts lag. In Wunstorf ist die Flotte der A400M-Transportflugzeuge der Bundeswehr stationiert. Der Standort gilt als Drehscheibe für die weltweite Versorgung der Truppe.
Parallelen zu Leipzig
Geprüft wird laut den Recherchen ein Zusammenhang zu einem gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August. Die in Wunstorf gefundene Drohne sei ähnlich konstruiert, mindestens ein Bauteil sei mit einem 3D-Drucker gefertigt worden. In Leipzig sollten nach Erkenntnissen der Ermittler mit Sprengstoff bestückte, selbst konstruierte Drohnen ukrainische Frachtflugzeuge angreifen. Als Sprengsatz habe eine mit dem militärischen Sprengstoff Semtex gefüllte Konservendose gedient.
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