Sachsen-Anhalt

Verdi-Streik in Magdeburg – Polizei spricht von 400 Teilnehmern

Für den Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi zu einem Streik aufgerufen. Am Demonstrationszug durch Magdeburg beteiligten sich laut Polizei rund 400 Teilnehmer.

3 Min
Verdi ruft zum Streik in Magdeburg auf. Grund ist unter anderem die Kündigung des Haustarifvertrags am Universitätsklinikum.

Verdi ruft zum Streik in Magdeburg auf. Grund ist unter anderem die Kündigung des Haustarifvertrags am Universitätsklinikum.

© Willy Weyhrauch/Ostdeutsche Allgemeine Zeitung

Rot-weiße Fahnen, laute Rufe, Pfeifen und schallende Musik – ein Demonstrationszug schlängelte sich am Mittwochmittag durch die Magdeburger Innenstadt. Aufgerufen zu der Streik-Aktion hatte die Gewerkschaft Verdi. Grund dafür sind die laufenden Verhandlungen und die Kündigung des Haustarifvertrags am Universitätsklinikum.

„Wir demonstrieren für mehr Wertschätzung - auch in finanzieller Hinsicht“, sagt einer der Teilnehmer, der sich im Gespräch mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung als Philip vorstellt. Der Physiotherapeut sei der Überzeugung, dass die Rechnung sonst irgendwann nicht mehr aufgehe. „Wir müssen im Sozialwesen immer mehr geben, werden teilweise auch ausgenutzt. Man muss sich darüber bewusst sein, dass jeder Mensch irgendwann Patient werden kann“, sagt er und schließt sich wieder dem Zug an.

Der Demonstrationszug läuft durch die Innenstadt von Magdeburg. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem Streik aufgerufen.

Der Demonstrationszug läuft durch die Innenstadt von Magdeburg. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem Streik aufgerufen.

© Willy Weyhrauch/Ostdeutsche Allgemeine Zeitung

Hintergrund für Verdi-Streik in Magdeburg

Grund für den Streik sei, dass der Haustarifvertrag des Universitätsklinikums für Beschäftigte und Auszubildende am 31. März dieses Jahres gekündigt wurde, wie Verhandlungsführer Bernd Becker von der Gewerkschaft im Vorfeld mitteilte. Die bisherigen Verhandlungsrunden im Juli und August hätten demnach kein Ergebnis gebracht. Die Arbeitgeberseite habe zudem kein Angebot unterbreitet. In einer Pressemitteilung teilte Becker weiter mit: „Die Beschäftigten haben über zehn Jahre gekämpft, dass sie endlich das gleiche Entgelt wie ihre Kolleginnen und Kollegen an anderen Universitätskliniken bekommen.“ Die Haltung der Arbeitgeberseite führe zu einer erneuten Lücke; diesen Schritt werde die Gewerkschaft nicht mitgehen.

Ziel sei die Entgeltsteigerung von 5,5 Prozent sowie eine Gehaltserhöhung für Auszubildende um 100 Euro. Weiterhin sollen Zulagen gesteigert werden, wie das bereits an anderen Unikliniken der Fall sei. Die Betreiber lenkten bislang jedoch nicht ein und verwiesen auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage.

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Klinikum verweist auf wirtschaftliche Lage

Das Klinikum teilte der Volksstimme im Vorfeld mit, dass man sich „weiterhin in einer angespannten wirtschaftlichen Situation“ befinde. Zugleich stehe die Universitätsklinik insgesamt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Insbesondere die absehbaren Auswirkungen gesetzlicher Rahmenbedingungen auf die Erlössituation ab dem Jahr 2027 schränkten die wirtschaftlichen Handlungsspielräume zusätzlich ein, so ein Sprecher des Uniklinikums.

Derzeit habe für die Einrichtung die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung höchste Priorität. Mit der Notdienstvereinbarung während des Streiks solle die notwendige medizinische Versorgung der Patienten sichergestellt werden. Folgen des Streiks seien demnach Auswirkungen auf planbare Behandlungen, Untersuchungen sowie Eingriffe. Die medizinisch notwendige Versorgung sei jedoch sichergestellt.

Die Gewerkschaft hatte im Vorfeld von etwa 1.000 Teilnehmern gesprochen. Auf OAZ-Nachfrage teilt die Polizei mit, dass sich schätzungsweise 400 Personen am Streik in Magdeburg beteiligt hätten.

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