Verein Opferperspektive drängt auf Bleiberecht

Opfer rechter Gewalt droht Abschiebung

Marlies Emmerich
2 Min

JÜTERBOG. Djimtahadoum M. hat bereits einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben. Er weiß sich keinen anderen Rat mehr. Vor knapp zwei Jahren wurde Djimtahadoum M. in Jüterbog zum Opfer rechter Gewalt. Jetzt will die brandenburgische Ausländerbehörde den Asylbewerber aus dem afrikanischen Tschad abschieben. Verhindern kann dies nur noch die Härtefallkommission. Es ist das erste Mal, dass das Gremium über einen Flüchtling entscheiden muss, der selbst Ziel eines Angriffs von rechts geworden ist.Hilfe erhält der 31-Jährige durch den Verein Opferperspektive. Parallel dazu bemüht sich eine Anwältin darum, dass Djimtahadoum M. doch noch Asyl in Deutschland erhält - ein äußerst langwieriger Weg.Im März vor zwei Jahren war Djitahadoum M. vom Jüterboger Bahnhof zum Asylbewerberheim unterwegs, als ihn drei Personen beschimpften und schlugen. Da der bedrohte Afrikaner schon vorher unter Depressionen gelitten hatte, wirkte sich der Überfall besonders psychisch aus: Panikattacken und psychosomatische Störungen. Dennoch sagte er vor Gericht gegen die Täter aus. Schon seit geraumer Zeit engagiert sich der junge Afrikaner in der Jüterboger Kirchengemeinde, in einem Computer-Projekt für Flüchtlinge und anderen Projekten.Dass der Afrikaner seit Dezember abgeschoben werden soll, hängt mit seinem damaligen Anwalt zusammen. Dieser soll nach Ansicht des Vereins Opferperspektive das Asylverfahren nicht konsequent betrieben haben. "Es kann aber nicht sein, dass der Staat auf indirekte Weise die Intention der Straßenschläger verlängert - wenn auch nicht mit roher Gewalt, sondern per Abschiebung", sagt Kay Wendel vom Verein Opferperspektive. Ein Opfer rassistischer Gewalt verdiene Wiedergutmachung, Hilfe statt Abschiebung. Der Verein fordert eine Aufenthaltserlaubnis und Bleiberecht für Djimtahadoum."Die Isolation, die Erniedrigung, die Fremdenfeindlichkeit und die soziale Ausgrenzung, die ich von Seiten der Behörden und der ortsansässigen Bevölkerung erfuhr, hatten das uneingestandene Ziel, mich moralisch und psychisch derart zu misshandeln, dass ich das Land schließlich freiwillig verlassen würde", heißt es im verzweifelten Brief des Afrikaners an die Bundeskanzlerin. Dem Flüchtling droht in seiner Heimat der Tod. Djimtahadoum M. gehört der tschadischen Exilopposition an.------------------------------"Hilfe statt Abschiebung wäre ein deutliches Signal."Kay Wendel, Verein Opferperspektive

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner