Nahost

Bruch mit der Ölallianz: Vereinigte Arabische Emirate verlassen Opec

Die Vereinigten Arabischen Emirate treten aus der Opec und dem erweiterten Verbund Opec+ aus. Der Schritt erschüttert die von Saudi-Arabien geführte Ölallianz mitten in der Krise mit dem Iran.

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Eine Förderanlage in der Golfregion: Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen die Opec verlassen und künftig unabhängiger über ihre Ölproduktion entscheiden.

Eine Förderanlage in der Golfregion: Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen die Opec verlassen und künftig unabhängiger über ihre Ölproduktion entscheiden.

© Ali Haider/dpa

Die Vereinigten Arabischen Emirate ziehen sich aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und dem erweiterten Bündnis Opec+ zurück. Wie das Energieministerium am Dienstag mitteilte, wird der Austritt zum 1. Mai wirksam.

Für die von Saudi-Arabien dominierte Allianz ist der Schritt ein schwerer Rückschlag. Die Emirate zählen seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Mitgliedern der Opec und gehören zu den größten Ölproduzenten der Golfregion.

In ihrer offiziellen Erklärung vermieden die Emirate offene Kritik an der Opec oder an Saudi-Arabien. Stattdessen sprach das Energieministerium von einer „langfristigen strategischen und wirtschaftlichen Vision“. Der Austritt solle dem Land mehr Flexibilität geben, um auf Veränderungen am Energiemarkt zu reagieren. Zugleich kündigte Abu Dhabi weitere Investitionen in Öl, Gas, erneuerbare Energien und CO₂-ärmere Technologien an.

Die Regierung betonte mehrfach, trotz des Austritts weiterhin zur „Stabilität der globalen Energiemärkte“ beitragen zu wollen.

Ölhandel durch Hormus-Blockade unter Druck

Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von einem „historischen Energieschock“, da die Entscheidung in eine Phase wachsender Spannungen am Persischen Golf fällt. Wegen des Kriegs mit dem Iran steht insbesondere die Straße von Hormus unter Druck – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl und Flüssiggas weltweit. Normalerweise wird rund ein Fünftel des globalen Öl- und LNG-Handels über die Meerenge zwischen dem Iran und Oman abgewickelt.

Die meisten Produzentenstaaten der Region kämpfen bereits mit Problemen beim Export ihrer Rohstoffe. Hintergrund sind die andauernden iranischen Drohungen und Angriffe auf Schiffe.

Kritik an Saudi-Arabien und den Golfstaaten

Die Emirate hatten zuletzt öffentlich ihren Unmut über andere arabische Staaten geäußert. Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, kritisierte laut Reuters am Montag die Reaktion der Golfstaaten auf iranische Angriffe. „Politisch und militärisch war ihre Haltung historisch gesehen die schwächste“, sagte Gargasch bei einem Forum in der Golfregion.

Die Äußerungen gelten als ungewöhnlich offen. Beobachter sehen laut Reuters darin ein weiteres Zeichen wachsender Spannungen innerhalb der Golfallianz.

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Trump dürfte den Schritt begrüßen

Der Austritt dürfte zugleich US-Präsident Donald Trump entgegenkommen. Trump hatte der Opec mehrfach vorgeworfen, Ölpreise künstlich hochzutreiben und die Weltwirtschaft zu belasten. In der Vergangenheit hatte Trump erklärt, die USA würden Golfstaaten militärisch schützen, während diese gleichzeitig durch hohe Ölpreise profitierten.

Welche Folgen der Austritt konkret für Fördermengen und Ölpreise haben wird, ist bislang offen. Analysten erwarten laut Reuters jedoch, dass Abu Dhabi künftig deutlich unabhängiger über seine Produktion entscheiden könnte. Zugleich könnte die Geschlossenheit der Opec nachhaltig beschädigt werden.

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