Spätestens am Wochenende wollen die Bewohner der Rigaer Straße 80 wieder in ihre Wohnungen einziehen. Am Dienstag waren sie geräumt worden. Noch am selben Tag hatte das Amtsgericht Schöneberg zumindest zwei Besetzern per einstweiliger Verfügung den Zutritt zu ihren Räumen zugestanden.Unmutig sitzen die rund 30 herausgeworfenen Besetzer vor dem Haus in Friedrichshain auf dem Bürgersteig. Sie hatten erwartet, schon gestern wieder in ihre Wohnungen zu gelangen. Zunächst muß der Amtsgerichts-Beschluß jedoch dem Eigentümer des Hauses, Sven Rosemann, rechtmäßig zugestellt werden, was voraussichtlich bis Ende der Woche dauern wird.Am Dienstag war das Haus in den frühen Morgenstunden von der Polizei geräumt worden. Deren Pressestelle erklärte gestern, das Räumungsbegehren des Eigentümers "sauber geprüft" und daraufhin die Aktion eingeleitet zu haben. Das Amtsgericht stellte dagegen fest: Zwei der Besetzer konnten glaubhaft machen, daß die Eigentümer den "Besitz an Wohnungen" am Dienstag "durch verbotene Eigenmacht" erlangt haben. Außerdem habe ein Besetzer seit mehreren Jahren im Haus gewohnt, weshalb nicht gleich geräumt werden durfte.Zum Gerichtsbeschluß wollte die Pressestelle der Polizei gestern keine Stellung nehmen. Hauseigentümer Sven Rosemann war nicht zu erreichen. Die Besetzer sind fest entschlossen wieder in das Haus zurückzukehren. "Wir gehen auf jeden Fall wieder rein", sagte gestern Nicolas Schnur. Er berichtete, daß das Eigentum der Besetzer nach der Räumung aus dem Fenster in den Innenhof geworfen worden sei.Im Anschluß an die Räumung der Rigaer Straße sowie zweier weiterer Häuser war es Mittwochnacht zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Jugendlichen aus der Besetzer-Szene gekommen, bei denen 20 Personen festgenommen wurden. Im ehemals besetzten Haus in der Kreutziger Straße 21 wurden Beamte mit Steinen und Brandsätzen beworfen. Dort hatten einige Jugendliche anscheinend versucht, das Haus erneut zu besetzen.mec
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