SPANDAU. Um den Autoverkehr im Bezirk Spandau zu reduzieren, sollen kleinere Solarboote vom kommenden Jahrtausend an zwischen der Altstadt und den Neubaugebieten in der Wasserstadt auf der Havel eingesetzt werden."Wir führen darüber bereits Gespräche mit der Fremdenverkehrsgesellschaft Köpenick", sagt Uli Hellwig, Geschäftsführer der Wasserstadt GmbH, die das 206 Hektar große Neubaugebiet am Spandauer See im Auftrag des Landes Berlin entwickelt. Bis zum Jahr 2012 entstehen in den Ortsteilen Hakenfelde und Haselhorst an beiden Ufern der Havel 13 000 Wohnungen für 30 000 Menschen.Paris als VorbildHellwig hat bei der Nutzung der Wasserwege die französische Hauptstadt Paris zum Vorbild: "Dort sind viele Geschäftsleute vom Pkw auf Schiffe umgestiegen, weil sie über Flüsse und Kanäle schneller zur Arbeit kommen als mit dem Auto." Er denkt an den Einsatz von sogenannten "Wassertaxis", die je nach den Wünschen der Fahrgäste an mehreren Haltepunkten zwischen dem Lindenufer in der Altstadt und dem Haveleck anlegen könnten."Wir sind an dem Projekt interessiert, es muß sich aber für uns rechnen", sagt Hendrik Wunsch, Geschäftsführer der Fremdenverkehrsgesellschaft Köpenick. Er stellt sich vor, Solarboote mit acht Plätzen einzusetzen. "Bei den Fahrpreisen würden wir uns an den allgemein üblichen Taxigebühren orientieren", so Wunsch. Um konkurrenzfähig zu sein, müßte das Wasser- und Schiffahrtsamt einer Ausnahmeregelung hinsichtlich der Reisegeschwindigkeit zustimmen. Bisher dürfen Wasserfahrzeuge im Berliner Stadtgebiet aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Uferlandschaften nicht schneller als sieben Kilometer pro Stunde fahren. Ob die Bundesbehörde eine Ausnahmeregelung zuläßt, ist bisher noch offen. (mü.)
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