Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat seine Sommerreise am Montag per Bahn gestartet – und machte Bekanntschaft mit dem was viele Fahrgäste der Deutschen Bahn im Sommer nur zu gut kennen. Auf der Fahrt von Berlin nach Hamburg streikte im ICE die Technik.
In der zweiten Klasse von Bilgers ICE fiel die Klimaanlage aus. Der betroffene Wagen wurde geräumt und anschließend komplett gesperrt. Dies berichtete die Rheinische Post.
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Der Minister musste deshalb in einen anderen Wagen umziehen, wie RP-Online berichtet. Zusätzlich rollte der Zug mit Verspätung aus dem Berliner Hauptbahnhof.
Kurz zuvor hatte Bilgers abgelöster Vorgänger Patrick Schnieder (CDU) noch Zuversicht verbreitet. Ende Juni erklärte er im Interview mit RP-Online, die sommerlichen Probleme der Bahn seien nicht mehr so gravierend.
„Die Bahn hat an ihren sommerbedingten Problemen gearbeitet und aus den Vorkommnissen der vergangenen Jahre gelernt“, sagte Schnieder damals.
Er verwies auf schnelle Einsatzkräfte: „Beim Thema Klimaanlagen gibt es inzwischen auch mobile Teams, die mögliche Probleme schnell beheben können.“ Ausfälle bei extremer Hitze schloss Schnieder allerdings nie ganz aus.
Bilger erst seit Kurzem im Amt
Bilger ist noch nicht lange im Amt. Zuvor war Bilger Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – eine Schaltstelle zwischen Fraktion, Regierung und Parlamentsbetrieb.
Er übernahm das Verkehrsressort von Patrick Schnieder. Um den Wechsel im Verkehrsministerium gab es zuletzt einigen Wirbel. Schnieder hatte seine Mitarbeiter per SMS darüber informiert, dass er entlassen werde. Bei einer Pressekonferenz zum Umbau des Kabinetts am Tag darauf verkündete Merz dies jedoch nicht. Später wurde bekannt, dass der geplante Nachfolger von Schnieder, Fritz Güntzler, spontan abgesagt hatte. Einige Tage später verkündete Schnieder schließlich öffentlich, Merz um seine Entlassung gebeten zu haben.
Was Verkehrsminister Bilger jetzt bei der Bahn plant
Bilger will den Druck auf die Bahn erhöhen. Zuletzt kündigte er an, die Bonuszahlungen für Bahn-Manager künftig an konkrete Ziele zu koppeln – allen voran an die Pünktlichkeit. Die Botschaft: Wer die Bahn nicht zuverlässiger macht, soll weniger verdienen.
Ob in diese Rechnung auch die Servicequalität einfließt, ist bislang offen. Fälle wie der ausgefallene ICE dürften den Minister genau an diesem Punkt begleiten.
Auf seiner zweitägigen Reise will sich Bilger zunächst in Pinneberg und Kiel über die Sicherheit in Zügen und die Sauberkeit an Bahnhöfen informieren. Eigene Erfahrungen mit dem Zustand des Fernverkehrs hat er nun schon gesammelt.
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