Quarantäne-Debatte

Verkürzung der Quarantäne: Giffey widerspricht Lauterbach und Co.

Um Engpässe bei Polizei, Feuerwehr und in den Kliniken zu vermeiden, wird in Berlin die Verkürzung der Quarantäne diskutiert. Giffey hält das für zu früh.

Christian Gehrke Team News dpa/chg
3 Min
Berlins Regierende Bürgermeisterin: Franziska Giffey (SPD)

Berlins Regierende Bürgermeisterin: Franziska Giffey (SPD)

© dpa/Joerg Carstensen

Giffey reagierte auch auf Kritik daran, dass die einzelnen Berliner Bezirke über die Feiertage und zum Jahreswechsel nur verzögert aktuelle Daten zum Infektionsgeschehen übermitteln. Diese Situation gebe es bundesweit, betonte sie. Um beim geplanten Bund-Länder-Treffen am kommenden Freitag Entscheidungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie treffen zu können, seien die aktuellen Daten zur Belegung der Intensivstationen sowie zur kritischen Infrastruktur aussagekräftig genug.

„Wir wissen, dass wir nicht bei einer Überforderung der kritischen Infrastruktur sind und auch bei den Intensivstationen nicht über 20 Prozent Belegung“, sagte Giffey. „Und diese beiden Zahlen, auf der Basis treffen wir unsere Entscheidungen, und das können wir am 7. Januar auch tun.“

Franziska Giffey: In Bus und Bahn nur FFP2-Maske

Die Landeschefin sprach sich vor dem Treffen zudem dafür aus, in Bussen und Bahnen wieder zum ausschließlichen Tragen von FFP2-Masken zurückzukehren. „Weil wir wissen, dass die medizinischen Masken eben nicht so einen starken Schutz auch bei Omikron gewährleisten, deswegen muss das wieder verstärkt werden.“ Eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum halte sie hingegen „nicht für sinnvoll“.

Angesichts erwarteter hoher Ansteckungszahlen mit der Omikron-Variante wird über kürzere Quarantäne-Zeiten diskutiert. Großbritannien und die USA haben die Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien und Portugal verkürzten die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage.

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Söder, Holetschek und Lauterbach für Quarantäne-Verkürzung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) drängen seit einigen Tagen auf eine Regelung für Deutschland. „Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen“, hatte Holetschek gesagt. Nötig sei eine Stellungnahme des Robert-Koch-Instituts oder des Expertenrats noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar.

Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt: „Eine Verkürzung der Quarantäne kann sich als sinnvoll erweisen.“ Omikron sei stärker, aber auch kürzer ansteckend. „Da ist es folgerichtig, die Quarantäneregeln anzupassen, verbunden mit der Möglichkeit zur Freitestung“, sagte Sager. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) befürwortete die Diskussion um die Quarantäne-Dauer.

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