Aufatmen bei den Bewohnern von rund 1 200 Wohnungen in Mitte und Friedrichshain: Obwohl ihr Vermieter beim Strom- und Wärmeversorger Bewag Schulden in Höhe von rund 500 000 Mark hat, bleiben ihre Heizungen warm. Die Eigentümerin der Häuser, die Duisburger Immobilien Bau Contor (IBC) verhandelte bis zum Freitagabend darüber mit der Bewag. Das Ergebnis: Die IBC überweist für sechs Häuser in Mitte das ausstehende Geld. Für die übrigen Gebäude übernimmt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zunächst die Kosten. IBC-Geschäftsführer Bernd Segin sagte am Freitag, man werde das Geld an die Ämter zurückzahlen.Nach Angaben der Bewag geht es um Außenstände in Höhe von 500 000 Euro. Betroffen sind die Bewohner der Häuser in der Holzmarkt-, Kinzig-, Lichtenberger, Gubener, Liebig-, Grünberger und der Wedekindstraße. Zwar haben die Mieter pünktlich ihre Mieten einschließlich der Betriebskosten gezahlt. Doch die IBC leitete das Geld nicht an die Bewag weiter. Noch am Donnerstag sah es so aus, als würden die Heizungen in den IBC-Häusern von Montag an kalt bleiben. Die beiden Bezirksämter erklärten sich jedoch bereit, finanzielle Überbrückungshilfe zu leisten. "Es geht nicht, dass die Bewohner ohne Heizung sind", sagte Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Franz Schulz (B90/Grüne). Es geht um die Betriebskosten aus dem Jahr 2001. "Die laufenden Abschläge haben wir beglichen", sagte Segin. Ob die IBC in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und deshalb die gesamte Summe nicht zahlte, wollte der Geschäftsführer nicht sagen. Die Bewag sieht keinen anderen Weg, als bei anhaltendem Zahlungsverzug die Leitungen zu sperren. "Das ist das letzte Mittel", sagte Sprecher Siegfried Knopf. Zwar treffe es unschuldige Mieter. Aber von der IBC seien mehrere Zahlungsvereinbarungen nicht eingehalten worden. Den Bewohnern der IBC-Häuser droht nun weiteres Ungemach: Nach Informationen der "Berliner Zeitung" hat der Vermieter auch bei den Wasserbetrieben Schulden in sechsstelliger Höhe. "Bislang wurden die in Raten bezahlt", sagte Sprecher Eike Krüger. Seit kurzem sei aber kein Geld mehr eingegangen. Von Sperrungen wolle man zurzeit noch absehen. Der Berliner Mieterverein prüft derzeit, ob er Klage gegen die IBC einreicht."Wir können die Mieter nicht im Kalten lassen." Franz Schulz, Baustadtrat
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