BERLIN. Der Berliner Gasversorger Gasag hat nach den Worten von Vorstandschef Georges Hoffmann den die letzten Jahre prägenden Umbau zu einem Energiedienstleister mit modernen Strukturen weitgehend abgeschlossen. Zwar würden in den nächsten drei Jahren von den derzeit 1 240 Beschäftigten noch knapp 150 Mitarbeiter das Unternehmen sozial verträglich etwa über Altersteilzeit verlassen. Dann aber gehe es im Wege des "Feintunings" darum, die Gasag so zu positionieren, dass sie dem Wettbewerb standhalte.Das vergangene Geschäftsjahr sei durch wesentliche Veränderungen geprägt worden. Dazu zähle die Regulierung der Netzentgelte ebenso wie das vom Bundeskartellamt durchgesetzte Verbot langfristiger Gas-Beschaffungsverträge, sagte Hoffmann in Berlin. Zudem gebe es in der Hauptstadt erstmals realen Wettbewerb im Massenkundengeschäft. Infolge der milden Witterung im Herbst und Winter 2006 sei der Gasverbrauch so stark gesunken, dass von den Zusatzerlösen aus dem witterungsbedingt hohen Verbrauch zu Beginn des Jahres kaum etwas übrig geblieben sei.Ergebnis auf VorjahreshöheZudem mache sich bemerkbar, dass die Berliner Bürger ihren Energiekonsum insgesamt drosseln. Dennoch habe die Gasag mit einem Gewinn von 49 Millionen Euro ihr Ergebnis nahezu auf Vorjahreshöhe halten können. Den Angaben zu folge hat das Unternehmen bislang rund 4 000 Haushaltskunden an neue Anbieter wie Nuon verloren. Durch Anwerbung von insgesamt 6 000 Neukunden, die davon überzeugt worden seien, ihre Wärmeversorgung von Heizöl auf Gas umzustellen, habe man dies jedoch mehr als kompensieren können.Um weitere Abgänge in Grenzen zu halten, werde die Gasag ihre Anstrengungen im Service sowie bei der Energieberatung verstärken. Es wäre grundfalsch, so Vorstandsmitglied Andreas Prohl, wenn sich die Gasag im Wettbewerb allein über den Preis definiere. Es müsse vielmehr darum gehen, die Stärken des Unternehmens wie die Kundennähe und die regionale Kompetenz, verstärkt zu nutzen. Dennoch habe die Gasag auch auf die preiswerten Internet-Angebote der Konkurrenz reagiert. So werde seit dem 1. Januar 2007 über das Internet ein eigener Gasag-Online-Tarif angeboten. Das Echo darauf sei positiv: Bislang hätten sich 2 700 Kunden für dieses Tarifmodell entschieden.Gut aufgestellt sieht sich die Gasag auch in der umweltschonenden Energieerzeugung. So engagiere sich das Unternehmen insbesondere im Bereich der Bio-Energie. Eine erste, neun Millionen Euro teure Pilotanlage für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Erzeugung von Biogas sei in Bau. Mit der Anlage in Rathenow könne der Energiebedarf von bis zu 2 000 Haushalten gedeckt werden. Dieses Modell könne in der Region Schule machen, da hier viele Ackerflächen derzeit nicht bewirtschaftet würden. Beim aktuellen Energiepreisniveau sei diese Art der Gaserzeugung aber noch nicht kostendeckend. (ebs.)
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