Kenias Präsident William Ruto hat am Freitag eine Senkung des Dieselpreises angekündigt, nachdem Proteste gegen die gestiegenen Tarife eskaliert waren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf eine im Fernsehen übertragene Ansprache des Präsidenten.
Preis sinkt um zehn Schilling
Ruto habe angeordnet, den Dieselpreis im Juni und Juli um zehn kenianische Schilling je Liter zu senken, umgerechnet rund sieben Euro-Cent, berichtet Reuters. Damit sollen die Preise an den Zapfsäulen stabilisiert und die Verbraucher entlastet werden.
Zwischen April und Juni habe die Regierung mindestens 28,1 Milliarden Schilling (umgerechnet rund 190 Millionen Euro) für Steuererleichterungen und andere Schritte zur Senkung der Spritpreise ausgegeben, sagte Ruto laut Reuters. Über Lieferverträge mit Golf-Anbietern wie Saudi Aramco, ADNOC und Emirates National Oil Company habe Kenia feste Kraftstoffmengen gesichert – trotz Störungen der internationalen Lieferketten.
Vier Tote bei Streik im Nahverkehr
Hintergrund der Ankündigung ist eine Preiserhöhung der kenianischen Energie- und Erdölregulierungsbehörde EPRA vom 14. Mai. Im Zeitraum Mai bis Juni stiegen die Preise um bis zu 23,5 Prozent. Diesel kostete demnach umgerechnet rund 1,90 US-Dollar pro Liter, Benzin etwa 1,65 US-Dollar. Als Grund nannte die Regierung laut der Nachrichtenagentur AP den Krieg im Iran und dessen Folgen für die Energieversorgung.
Daraufhin traten Beschäftigte und Betreiber von Bussen und Matatus, den in Kenia verbreiteten Minibus-Sammeltaxis, in den Streik. Während des zweitägigen Ausstands starben nach Angaben von Reuters vier Menschen, rund 30 wurden verletzt. Wie AP berichtet, sprach Innenminister Kipchumba Murkomen von 348 Festnahmen wegen gewaltsamer, illegaler Proteste.
Zeugen berichteten lokalen Medien zufolge von Schüssen der Polizei in Nairobi. Demonstranten brannten Reifen ab und setzten Fahrzeuge in Brand. Pendler strandeten in den Vororten.
Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Golf
Kenia bezieht fast seinen gesamten Kraftstoff über Abkommen mit Staaten am Persischen Golf und ist deshalb von Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus besonders betroffen. Über Kenia werden zudem Nachbarländer wie Uganda mit importiertem Kraftstoff versorgt.
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