KÖLN. Der Ruf der Billig-Supermarktkette Lidl hat einer Studie zufolge massiv unter dem Skandal um Mitarbeiterüberwachung gelitten. Vier von zehn Verbrauchern hätten aufgrund von Berichten über die Arbeitsbedingungen schon einmal bewusst auf einen Einkauf bei Lidl verzichtet, erklärte das Marktforschungsinstitut Grass Roots. Die Konkurrenten von Lidl hätten bislang deutlich weniger unter negativen Meldungen über schlechte Arbeitsbedingungen gelitten, erklärte Grass Roots.Lidl-Hauptkonkurrent Aldi hatte der gestern vorgestellten Studie zufolge kaum unter Negativmeldungen über Arbeitsbedingungen bei Billig-Supermärkten zu leiden: In der Rangliste der Supermarktketten mit dem besten Ruf rangiert der Marktführer der Discounter auf Platz eins, gefolgt von Edeka und Kaiser's. Lidl landete auf Platz fünf. Unter den besten Arbeitgebern bei den Supermärkten rangiert Aldi auf Platz vier hinter Edeka, Rewe und Kaiser's.Beste Noten für Edeka"Aldi geht damit so gut wie unbeschadet aus der Diskussion um die Arbeitsbedingungen im Lebensmitteleinzelhandel heraus", sagte Grass-Roots-Geschäftsführer Johannes Broscheid-Vogt. Weitere Gewinner der Affären und Skandale bei Discountern seien die herkömmlichen Supermärkte wie Edeka oder Rewe. Edeka gelte nicht nur als bester Arbeitgeber, sondern habe in der Wahrnehmung der Kunden auch die freundlichsten Mitarbeiter. Ähnlich positiv sei es bei Rewe.Als Arbeitgeber geben Lidl 57 Prozent der Befragten in der Studie die Noten "schlecht" bis "inakzeptabel". Konkurrent Norma schneidet dagegen bei rund einem Drittel der Verbraucher als schlecht ab, dicht gefolgt von Penny. Edeka erhält von rund 60 Prozent der Befragten die Noten "gut" bis "ausgezeichnet", bei Rewe sind es knapp 57 Prozent.Trotz seines schlechten Rufs als Arbeitgeber braucht sich Lidl laut Studie aber keine Sorgen um das Ausbleiben der Kundschaft zu machen: Fast die Hälfte der Befragten gab an, mindestens zwei Mal pro Monat bei dem Discounter einzukaufen. Nur zu Marktführer Aldi gehen Verbraucher demnach häufiger. Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, mindestens zwei Mal im Monat bei Aldi einzukaufen. Insgesamt 46 Prozent lassen sich bei ihren Einkäufen laut Umfrage durch Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen überhaupt nicht beeinflussen. Für die Studie wurden rund 2400 Verbraucher befragt.Anfang vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass der Discounter Lidl in vielen seiner Filialen Mitarbeiter durch Detektive überwachen ließ. (AFP)
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