Die Daumstraße in Haselhorst wird zur vierspurigen Hauptverkehrsstraße ausgebaut. Gesonderte Busspuren soll es nicht geben das ist die neue Verkehrsplanung für die Wasserstadt östlich der Havel, die der Entwicklungsträger mit der Senatsverkehrsverwaltung ausgehandelt hat. Sie wurde notwendig, nachdem die CDU-Mehrheit in der BVV Pläne für eine Straßenbahn im Neubaugebiet abgelehnt hatte.Die Christdemokraten allen voran ihr Bauexperte Carsten Röding zweifelten die Wirtschaftlichkeit des Straßenbahnkonzepts an. Wie sich jetzt zeigt, hat der Architekt Röding Weitblick bewiesen. Denn: Der Geschäftsführer der Wasserstadt GmbH, Jürgen Nottmeyer, mußte im Bauausschuß einräumen, daß das private Finanzierungsmodell für die Tramtrasse geplatzt ist. Potentielle Investoren seien abgesprungen. Eine Realisierung wäre nur mit öffentlichen Zuschüssen aus der ohnehin leeren Landeskasse möglich gewesen. Um die in vielen Jahren erarbeiteten Straßenbaupläne nicht für den Reißwolf gezeichnet zu haben, sind nun auf dem ursprünglich für die Tram vorgesehenen Mittelstreifen Grünflächen und 400 öffentliche Parkplätze geplant.Der zwischen Wasserstadt GmbH und Verkehrsverwaltung ausgehandelte Kompromiß läßt zumindest theoretisch den nachträglichen Bau der Tramtrasse zu. Den Mittelstreifen als Bus-Sonderstreifen zu nutzen, lehnt der Senat aber genauso ab, wie die äußeren Fahrbahnen der vierspurigen Straße für den Bus- und Fahrradverkehr zu reservieren. Verordnete von SPD und Grünen sowie Anwohner sprechen sich gegen vier Spuren aus. Sie befürchten, daß die Daumstraße zur Durchgangsstraße wird. "Wenn sich die Busse bei zwei Spuren pro Richtung in den Individualverkehr einordnen müssen, wird bald kein Mensch mit der BVG in die Wasserstadt fahren. Die Busse werden ständig im Stau stehen", befürchtete eine Haselhorsterin. Auch werde der Ausbau der Daumstraße den Autolärm im Stadtteil noch verstärken, kritisierten Anwohner am Rande der Sitzung.
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