Laut einer aktuellen Schätzung des US-Wirtschaftsmagazins Forbes ist Holger Loclair, Eigentümer des Oranienburger Folienherstellers Orafol, mit einem Vermögen von rund 1,8 Milliarden US-Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) der reichste Ostdeutsche – und zugleich der einzige Milliardär auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Loclair selbst bestätigte die Angaben in einem Interview mit der Bild im Januar 2026.
Loclairs Karriere begann 1977, als er nach seinem Chemiestudium eine Stelle im damaligen VEB Spezialfarben in Oranienburg antrat. Der volkseigene Betrieb produzierte bereits zu DDR-Zeiten selbstklebende und reflektierende Folien. Nach der Wiedervereinigung wurde das Werk 1990 in Orafol umbenannt und ein Jahr später von der Treuhand privatisiert.
Weltmarktführer für reflektierende Folien
Wie das Unternehmen auf seiner Webseite darlegt, führte Loclair Orafol zunächst gemeinsam mit einem westdeutschen Investor. In den Jahren 2013 und 2016 übernahm er schrittweise die Anteile des damaligen Mehrheitseigners Klaus Schmidbaur. Heute hält Loclair rund 99 Prozent der Firma.
Unter Loclairs Führung stieg Orafol zum Weltmarktführer für reflektierende Folien und industrielle Klebebänder auf. Zum Produktportfolio zählen unter anderem Materialien für Verkehrsschilder und Kfz-Kennzeichen, Steinschlag-Schutzfolien, Werbetechnik sowie Spezialklebebänder und Laminate für industrielle Anwendungen.
Kein Jet, keine Jacht
Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 3000 Menschen. Rund 1300 davon arbeiten am Stammsitz in Oranienburg, wo das Werksgelände inzwischen die Ausmaße eines kleinen Stadtteils angenommen hat.
Er besitze weder Privatjet noch Jacht. Rund 1,3 Milliarden Euro seines Vermögens seien in Anlagen und Tochterfirmen gebunden. Obwohl er offiziell seit zehn Jahren im Ruhestand sei, sei er nach eigenen Angaben täglich auf dem Firmengelände in Oranienburg anzutreffen und habe weiterhin zahlreiche Ideen für das Unternehmen, so Loclair.
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