Wenige Bauwerke sind so stark mit Macht aufgeladen wie das Gefängnis. Der Philosoph Michel Foucault hat diese Verbindung in seinem Werk „Überwachen und Strafen“ klassisch so beschrieben: Im ideologischen Zentrum des Gefängnisses stehe das Panoptikum, jener kreisförmige Bau mit zentralem Wachturm, von dem aus alles gesehen werden könne.
Er formulierte damit das architektonische Ideal moderner Disziplinarmacht: Wer sich permanent beobachtet wähnt, beginnt sich selbst zu überwachen. Architektur formt Verhalten; Räume erziehen.
Gefängnisarchitektur
Vom Panoptikum zum Boutiquehotel: Wie sich der Knast architektonisch neu erfindet
Gefängnisarchitektur im Wandel: Während die JVA Heidering auf Resozialisierung setzt, werden alte Haftanstalten zu Hotels. Was bleibt von Foucaults Panoptikum?
6 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Justizvollzugsanstalt Heidering: So sehen heute Gefängniszellen aus.
© Maurizio Gambarini
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*