Vom Schimmelpfeng-Haus stehen nur noch wenige Reste. Bald ist es weg

Freier Blick auf die Gedächtniskirche

Birgitt Eltzel
2 Min

Die letzten Wände sind bald verschwunden, das Brückenbauwerk des Schimmelpfeng-Hauses ist fast vollständig abgerissen: In wenigen Tagen wird man von der Kantstraße wieder auf den Breitscheidplatz mit der Gedächtniskirche schauen können, erstmals seit 54 Jahren. Für den Architekten Christoph Langhof erfüllt sich eine Vision. Schon 1995 hatte dieser den Abriss vorgeschlagen. Langhof hatte seinerzeit sein Büro im Schimmelpfeng-Haus. "Das entsprach längst nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Gebäude, war schlecht isoliert und hatte kaum Schallschutz. Zudem trennte es die Kantstraße vom Breitscheidplatz", sagte er am Freitag in der Panam-Lounge in der Budapester Straße bei seinem ganz speziellen Abschiedsempfang für das Gebäude.Das war 1957-1960 nach Plänen von Gustav Sobotka und Franz Heinrich Müller errichtet worden - erst das Geschäftshaus, das die Kantstraße überspannte, das eigentliche Schimmelpfeng-Haus, später das anschließende Gebäude, das bis zum Kurfürstendamm reicht. Der Komplex war denkmalgeschützt. Doch eine Expertise von Wolfgang Schäche, einem der renommiertesten Architekturhistoriker Deutschlands, unterstützte Langhofs Konzept. 1999 beschloss der Senat das Schimmelpfeng-Haus aus dem Denkmalschutz zu entlassen. "Es wurde abgewogen, was ist wichtiger: der Denkmalschutz oder die Entwicklung des öffentlichen Raums", erinnert sich Langhof.Langhof plante an der Stelle des Schimmelpfeng-Hauses ein 119 Meter hohes, filigran wirkendes Turmgebäude, Pendant zum Zoofenster-Hochhaus (118 Meter) gegenüber, sowie ein niedrigeres Büro- und Geschäftshaus auf einem dreieckigen Grundstück. Die Baugenehmigung liegt seit Langem vor.Doch bisher drehen sich nur für das Zoofenster, in das Deutschlands erstes Waldorf Astoria Hotel einziehen soll, die Kräne. Denn die Eurohypo, der das Schimmelpfeng-Grundstück gehört, hat bislang keinen Investor für ihren Wolkenkratzer gefunden. Es werde verhandelt, heißt es. Das Dreiecks-Areal hat sie inzwischen an die Investoren des Zoofensters verkauft, einen Fonds aus den Arabischen Emiraten. Im Zoo-Triangel sind Geschäfte und Büros geplant."Neues Schimmelpfeng-Haus" nennt Langhof seinen Glasturm, der auch schon mal als Casia-Hochhaus bekannt war. Wenn ein Investor gefunden ist, muss der Rest des Schimmelpfeng-Hauses weichen. Langhof glaubt, dass die anstehenden Projekte in der City West - vom Zoofenster über die Modernisierung des Zoobogens bis hin zur Tiefgarage unter dem Hardenbergplatz - auch für sein Hochhaus Interessenten anziehen werden.------------------------------Foto: Der Abrissbagger hat am Schimmelpfeng-Haus nur noch kurze Zeit zu tun.

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