Nostalgische Gefühle kommen auf, wenn man die Bilder aus Douglas Wolfspergers neuem Kino-Dokumentarfilm „Denn dieses Leben lebst nur du“ sieht: Saftige Wiesen, Bergpanoramen, Sonne über dem Bodensee, Kirchen und Heiligenbildnisse, ein Bäckermeister, der mit gemächlich-lockerem Schwung der Handgelenke Teigschnüre zu Laugenbrezeln knotet.
Hier ist die Welt noch in Ordnung. Und sie bleibt es auch, wenn besagter Bäckermeister auf der Hollywoodschaukel mit Melina durch die Sommerluft schwingt und sich ihre sexuellen Vorlieben erläutern lässt. Einen G-Punkt habe sie nun einmal nicht, aber der Neokitzler sei durchaus reizempfänglich, und wenn man sie da zum Beispiel oral befriedige, sei das – ein schönes Beben durchfährt ihren schaukelnden Körper – „Animalisch!“. Der Bäckermeister, der zuvor wenig Erhebendes zum männlichen Orgasmus zu Protokoll gegeben hat, hört interessiert zu. „Etz han i widr was glärnt.“
Filmkritik
„Denn dieses Leben lebst nur du“: Wie sich transfeindliche Ideologien in Luft auflösen
Es klingt verwirrender als es dann ist, wenn man sie kennenlernt: Menschen mit Trans-Hintergrund im Filmporträt von Douglas Wolfsperger. Die Kinokritik.
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Milena auf einer Blumenwiese am Bodensee
© Wilder Süden
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