Vom Wahlkampf in den USA

Die Schlacht um das Weiße Haus

20 Jahre TOBIAS GOECKE
2 Min

Der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf geht allmählich in die heiße Phase. Nicht dass sich John und George mal so richtig kloppen würden. Aber nach der Ernennung von John Edwards zum demokratischen Kandidaten für das Amt des Vize-Präsidenten unter John Kerry hat eine Schlammschlacht begonnen. Beworfen wird sich vornehmlich mit - Ketchup. Amerikanische Verbraucher können nun bei der Wahl der Lebensmittel ihrer politischen Gesinnung Ausdruck verleihen. Die Konservativen haben zu diesem Zweck den "W Ketchup" auf den Markt gebracht. Das laut Hersteller ausschließlich in den USA hergestellte Produkt soll mit dem beliebten Heinz-Ketchup konkurrieren. Freunde von George W. Bush erdachten diesen Wahlkampf-Streich, den ein gewisser R.H. im Kommentarbereich der Webseite www.wketchup.com als " about the dumbest thing I have seen since Freedom Fries" ("Das Dümmste, was ich seit der Erfindung von Freiheits-Pommes gesehen habe") bezeichnet. Hintergrund für die Einführung des "W Ketchup" ist die Tatsache, dass der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry mit Teresa Heinz, der millionenschweren Erbin des Ketchup-Barons John Heinz, verheiratet ist. Im republikanischen Lager geht man davon aus, dass Teresa den Wahlkampf ihres Mannes zu einem erheblichen Teil finanziert. Anhänger der Republikaner können deshalb mit dem "W Ketchup" nun die 100 Prozent patriotische Alternative kaufen. Das "W" steht dabei nicht für George W. Bush, sondern für "Washington". Ein Teil des Erlöses komme Kindern von US-Soldaten zugute, die als "mutige Helden" im Kampf gegen das "Böse" gefallen sind, so die Hersteller.Der republikanische Speisezettel enthält jedoch noch andere Leckereien. Nachdem der Hunger mit "Freedom Fries" und "W Ketchup" fürs erste gestillt ist, kann man den neoliberalen Nachtisch der Firma "Star Spangled Ice-Cream" genießen. Mit dem Verzehr von Sorten wie "I hate the French Vanilla", "Gun Nut" oder "Nutty Environmentalists" geben konservative Amerikaner zugleich ein politisches Statement ab. Bleibt zu hoffen, dass der zukünftige amerikanische Präsident mehr im Kopf hat als nur Eis und Ketchup. Bon Appétit!

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