Der Film ist aus dem Jahr 1980 und erstaunlich frisch, obwohl das Berlin darin ganz schön alt aussieht. Es sind die Themen, die kaum an Dringlichkeit verloren haben: Eine Frau, die ihre Vorstellungen vom Leben durchsetzen will, wird von Männern ausgebremst. Oder von Leuten, die meinen, alles müsse so laufen, wie man es immer schon gemacht habe. „Solo Sunny“ wurde bei seiner Weltpremiere vor 45 Jahren bei der Berlinale gefeiert, die Hauptdarstellerin Renate Krößner erhielt einen Silbernen Bären. Die Uraufführung der digital restaurierten Fassung am Freitagabend in der Akademie der Künste am Hanseatenweg wurde ordentlich bejubelt.
Und es gab jetzt sogar noch ein Stückchen vom Bären. Denn im Nachlass von Wolfgang Kohlhaase, der das Drehbuch geschrieben hat und dem Regisseur Konrad Wolf als Co-Regisseur zur Seite stand, fand sich die Urkunde von damals. Er hatte sie im Trubel der Preisverleihung mit nach Hause genommen. Stefanie Eckert, Vorstand der Defa-Stiftung, nutzte den feierlichen Rahmen, das Dokument an Bernd Stegemann, den Ehemann der 2020 verstorbenen Renate Krößner, zu überreichen. Neben ihm auf der Bühne standen auch der Komponist Günther Fischer, der Kameramann Eberhard Geick sowie Regine Dobberschütz, die im Film Sunny die Singstimme gab (der Berliner Wortwitz war original Krößner).
Berlinale Retrospektive
Von „Solo Sunny“ bis zu „Nelken in Aspik“: Rainer Rother hat beim Filmerbe die Defa mit im Blick
Eine Begegnung mit dem Chef der Deutschen Kinemathek bei seiner letzten Berlinale, nach dem Abschied vom Filmhaus am Potsdamer Platz.
6 Min
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Rainer Rother, der Chef der Deutschen Kinemathek und der Leiter der Berlinale-Doppelsektion Retrospektive und Classics
© Maurizio Gambarini/Imago
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