Luftfahrt

Vorstoß in USA: So soll Künstliche Intelligenz den Flugverkehr revolutionieren

Die US-Luftfahrtbehörde FAA testet ein KI-Projekt, das Verspätungen verringern und Fluglotsen entlasten soll. Auch Palantier konkurriert wohl um den Auftrag.

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Eine Maschine der amerikanischen Fluggesellschaft United auf dem Rollfeld

Eine Maschine der amerikanischen Fluggesellschaft United auf dem Rollfeld

© Nicolas Economou/imago

Die US-Luftfahrtbehörde FAA arbeitet an einem Projekt, das Künstliche Intelligenz in die Steuerung des amerikanischen Luftraums einbinden soll. Ziel sei es, die rund 11.000 Fluglotsen in den USA zu entlasten und Verspätungen zu reduzieren, berichtet das US-Nachrichtenportal Politico unter Berufung auf zwei der drei beteiligten Unternehmen. Die Initiative trägt den Namen Strategic Management of Airspace Routing Trajectories (SMART) und wird von FAA-Chef Bryan Bedford vorangetrieben.

Menschliche Lotsen sollen dabei nicht ersetzt werden. „Um es ganz klar zu sagen: SMART zielt nicht darauf ab, Flugzeuge zu staffeln oder ähnliche sicherheitskritische Funktionen zu übernehmen“, sagte Todd Donovan, Vizepräsident für Luftraummobilität bei dem Luftfahrttechnologieunternehmen Thales, gegenüber Politico. Es gehe vielmehr darum, Nachfrage im Luftraum und an Flughäfen vorausschauend zu organisieren, um Engpässe zu vermeiden.

Die sogenannte „Staffelung“ ist eine der Kernaufgaben von Fluglotsen – sie sorgen dafür, dass Flugzeuge im Luftraum stets vorgeschriebene Mindestabstände zueinander einhalten, sowohl horizontal als auch vertikal – eine sicherheitskritische Echtzeit-Aufgabe.

Frühzeitige Planung statt kurzfristiger Reaktion

Nach Angaben Donovans soll die Software bereits Monate im Voraus Fluggesellschafts-Daten und später Wetterprognosen auswerten, um den Verkehr besser zu verteilen. Phillip Buckendorf, Vorstandschef der beteiligten Softwarefirma Air Space Intelligence, erklärte, KI solle Flug für Flug Anpassungen vornehmen, um den Luftraum zu optimieren. Auch der Datenanalyse-Konzern Palantir ist dem Bericht zufolge an der Ausschreibung beteiligt, äußerte sich aber nicht.

Die FAA teilte mit, ein Auftrag solle „bald“ vergeben werden. SMART werde „Verkehrsflüsse vorhersagen und Startzeiten anpassen, um Konflikte zu lösen“. Die Gewerkschaft der Fluglotsen NATCA gab keine Stellungnahme ab.

Luftverkehr: KI-Vorstoß ist Reaktion auf überlastetes System

Das Projekt ist Teil eines milliardenschweren Modernisierungsvorhabens von US-Verkehrsminister Sean Duffy. Es folgt auf den Zusammenstoß eines Passagierflugzeugs mit einem Hubschrauber nahe dem Flughafen Ronald Reagan in Washington im Januar 2025, bei dem die Belastung des US-Luftverkehrssystems deutlich wurde. FAA-Chef Bedford verglich den US-Luftraum bei einer Veranstaltung in Washington etwa mit „Stau in Los Angeles“.

Eine Ablösung der Lotsen durch Automatisierung lehnte Duffy in einem Interview mit dem Sender CBS News ab: „Werde ich einen Lotsen ersetzen und KI den Luftraum verwalten lassen? Die Antwort darauf lautet: Auf gar keinen Fall.“

Eine operative Erprobung des Projekts ist laut Thales-Chef Donovan für September geplant, Validierungstests sollen bis Ende 2026 folgen. Zuerst hatte das Fachportal The Air Current über die Initiative berichtet.

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