Es ist ein vernichtendes Urteil und ein Fall von Behördenversagen: Nach Vergewaltigungsvorwürfen im Neuköllner Jugendzentrum an der Wutzkyallee hat eine unabhängige Kommission massive Fehler beim Jugendamt und auch bei Mitarbeitern der Einrichtung festgestellt. Eine bewusste Vertuschung von mutmaßlich sexuellen Übergriffen lasse sich aber nicht erkennen, heißt es im Ergebnis der Untersuchung.
47 Seiten lang ist der Bericht der sechs Fachleute, die seit Ende April im Auftrag des Bezirks die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der staatlichen Einrichtung und des Jugendamtes aufarbeiten sollte. Darin wird auch die Tatsache betont, dass das Jugendzentrum keinerlei Kinderschutz-Konzept gehabt habe.
Im Jugendzentrum Wutzkyallee im Stadtteil Gropiusstadt soll Ende des vergangenen Jahres eine 16-Jährige im schlecht beleuchteten Garten von einem Jugendlichen vergewaltigt und die Tat mit dem Handy gefilmt worden sein. Später, so der Verdacht, sollen mehrere Jungen im Alter von 15 bis 19 Jahren die Schülerin erneut sexuell bedrängt haben. Auch deren 14 Jahre alt Schwester geriet wohl in den Fokus der Jungen-Gruppe.
Untersuchungsbericht
Vorwurf der Vergewaltigung im Jugendclub – schwere Fehler beim Jugendamt Neukölln
Eine Untersuchungskommission hat ihren Bericht zu Vorwürfen sexualisierter Gewalt vorgelegt. Er zeigt, wie alle den Fall weiterreichten – ohne einzuschreiten.
5 Min
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Die Untersuchungskommission stellte am Freitag ihre Ergebnisse vor: Elke Nowotny, Kerstin Stappenbeck (v.l) und Andrea Buch (r.). Mit dabei war auch Jugendstadträtin Sarah Nagel (2.v.r.).
© Katrin Bischoff / Berliner Zeitung
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