Der Abend hätte für Fabian Reese besser laufen können. Zumindest im fußballerischen Sinne kehrte er am Montagabend erstmals nach Berlin zurück, seit er Hertha BSC in diesem Sommer verlassen hatte.
Vor 5.000 Fans im ausverkauften Stadion am Wurfplatz, das direkt neben dem Berliner Olympiastadion steht, vermied der letztjährige Hertha-Kapitän gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg gegen die VSG Altglienicke eine Blamage erst im Elfmeterschießen, setzte sich dort in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 5:6 (1:0, 2:2, 3:3) gegen den Regionalligisten VSG Altglienicke durch.
Pfiffe gegen Fabian Reese
Einen warmen Empfang hatte Reese bei seiner Rückkehr nach Berlin wohl nicht erwartet. Erhalten hat er ihn jedenfalls nicht. Schon seine erste Ballannahme verriet, was ihn in den folgenden 120 Minuten erwarten würde: Pfiffe, Buh- und „Pfui“-Rufe.
Bei jedem Ballkontakt ließen ihn die Fans jene Abneigung spüren, die ihn, seit er Hertha gen Wolfsburg verlassen hat, bisher nur digital erreichte.
In Jubel mündeten Fabian Reeses Aktionen nur wenn er, wie hier, den Ball verlor.
© IMAGO/Jan Huebner
Ob sich dieses Erlebnis auf sein Spiel ausgewirkt hat? Man hätte es denken können. Reese spielte bemüht. Erfolg hatten seine Aktionen aber nur selten.
Statt Tore oder Vorlagen erntete er für seine Mühen nur den Jubel der Fans, wann immer er den Ball verlor, eine Flanke nicht ankam oder ein Schuss sein Ziel verfehlte.
Altglienicke auf Sensationskurs
Jonas Nietfeld auf der anderen Seite schoss Altglienicke schon in der 6. Minute zur Führung, der Reese und der VfL in den nächsten 55 Minuten hinterherlaufen mussten.
Dann aber tat Maximilan Arnold, was Reese vorher nicht gelungen war, und traf aus über 25 Metern zum Ausgleich.
Der war zu diesem Zeitpunkt verdient. Doch Altglienicke gab danach nicht auf. Die Außenseiter erspielten sich nach dem kurzen Schock wieder eigene Chancen. Und wurden für ihren Einsatz belohnt.
Wolfsburgs Torwart Jakub Zielinski spielte als letzter Mann einen Fehlpass in die Füße von Jonas Saliger, sodass der nur noch ins leere Tor treffen musste, um das 2:1 für die VSG zu erzielen (71.).
Jonas Saliger erzielt das Tor zum 2:1 gegen Torwart Jakub Zielinski.
© IMAGO/O.Behrendt
Spielverderber Maximilian Arnold
Die Fans im Amateurstadion sehnten nun den nächsten Treffer, oder eben den Abpfiff herbei. Ihren Wunsch erfüllt bekamen sie nicht.
Erneut war es Maximilian Arnold, der seine ausgezeichnete Schusstechnik bewies und per Freistoß den Ausgleich schoss.
Weil VSG-Keeper Luis Zwick in der Nachspielzeit zum Helden wurde und gleich zweimal stark gegen Muhammed Damar parierte, ging es in die Verlängerung.
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Zwick parierte auch nach der regulären Spielzeit weiter. Es blieb lange beim 2:2, obwohl Wolfsburg mit allen Kräften auf den Siegtreffer abzielte.
Und dann kam es aus Sicht der Gastgeber noch besser: Ausgerechnet Arnold, der Wolfsburg vorher mit seinen Toren zurück ins Spiel brachte, ließ den Ball per Kopf zu Altglienickes Mehmet Ibrahimi springen. Er schoss, das Netz zischte, der Ball war drin. 3:2 für Altglienicke.
Auftritt Reese
Nie war der Glaube an die Sensation größer. Doch wieder hielt die Freude nicht an. Und diesmal war es Reese. Seine Flanke fand Hauke Wahl im Strafraum. Und der traf zum erneuten Ausgleich.
Es ging ins Elfmeterschießen, das die VSG begann. Nachdem vor ihm alle Schützen getroffen hatten, schritt Reese unter Buhrufen und Pfiffen zum vierten Wolfsburger Elfmeter – und verschoss.
Die Fans im Stadion wähnten sich nun schon in der zweiten Runde. Nur der nächste Schütze der VSG musste noch treffen – doch Sven Sonneberg scheiterte an Zielinski. Mehmet Ibrahimi verschoss einen zweiten Elfmeter.
Wolfsburg blieb zielsicher. Und so hatte Altglienicke zwar kurz vor einer Sensation gestanden. Im letzten Moment aber rettete sich der Favorit in die nächste Runde. Reese und der VfL vermieden die Blamage.
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