Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat den Flugverkehr in weiten Teilen Westindonesiens zum Erliegen gebracht. Am internationalen Flughafen Soekarno-Hatta bei Jakarta wurden sämtliche Flüge vorübergehend ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die indonesischen Behörden berichtet. Auch der Hauptstadtflughafen Halim Perdanakusuma und vier weitere Airports waren von Schließungen betroffen.
Bis zum Sonntagnachmittag wurden nach Angaben der Luftfahrtbehörden landesweit 516 Flugbewegungen beeinträchtigt. Allein in Soekarno-Hatta waren demnach rund 22.800 Passagiere betroffen. Der Flughafen sollte mindestens bis 17.30 Uhr Ortszeit – 12.30 Uhr MESZ – geschlossen bleiben. Die Behörden warnten, dass es auch nach einer Wiederaufnahme des Betriebs zu weiteren Ausfällen und Verspätungen kommen könne.
Künstlicher Regen soll helfen
Reuters zufolge wollen die Behörden mit künstlich ausgelöstem Regen versuchen, die Vulkanasche aus der Luft zu waschen. Dabei könnten Wolken mit geeigneten Substanzen geimpft werden, um Niederschlag auszulösen. Starker Regen solle die Aschepartikel aus der Atmosphäre spülen und die Belastung am Boden und im Luftraum verringern. Ob die Voraussetzungen dafür ausreichten und der Einsatz bereits begonnen hatte, war zunächst unklar.
Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra, rund 150 Kilometer westlich des Flughafens. Der Vulkan ist seit Freitagabend nahezu ununterbrochen aktiv. Bei einer besonders starken Eruption am frühen Sonntag waren Lavafontänen zu sehen. Aschewolken zogen über Jakarta, die Provinzen Banten, Westjava und Lampung sowie Teile des Indischen Ozeans.
Asche steigt bis zu 15 Kilometer hoch
Eine der Aschewolken erreichte nach Angaben der Behörden eine Höhe von rund 6100 Metern und zog in Richtung Jakarta. Eine zweite stieg mehr als 15 Kilometer hoch. Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB erklärte, die Ausbreitung der Asche könne sich abhängig von Windrichtung und Wetter kurzfristig verändern.
Die Behörde registrierte bislang weder Todesopfer noch größere Gebäudeschäden. Eine Evakuierung wurde nicht angeordnet. Bewohner betroffener Gebiete wurden aufgefordert, im Freien Masken und Augenschutz zu tragen, Wasser- und Lebensmittelvorräte abzudecken und Außenaktivitäten einzuschränken.
Mehrere Schulen setzten Veranstaltungen aus, nachdem Schüler und Anwohner über Augenreizungen geklagt hatten. Auch Fischer ließen ihre Boote teilweise im Hafen.
Anak Krakatau steht weiterhin auf Warnstufe III, der zweithöchsten Stufe. Menschen und Schiffe dürfen sich dem aktiven Krater nicht auf weniger als drei Kilometer nähern. Eine unmittelbare Tsunamigefahr bestehe derzeit nicht, teilte die BNPB mit. Fähren zwischen Java und Sumatra verkehrten zunächst weiter.
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