Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sparpaket des Vorstands einstimmig zugestimmt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg nach einer Sitzung des Präsidiums mit. Der Konzern will in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen streichen. Diese Anpassung der Personalkapazitäten sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, hieß es.
Der Aufsichtsrat habe nach intensiven Beratungen dem „umfassenden Zukunftsplan 2030“ einstimmig zugestimmt. Die Umsetzung sei nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu sichern, teilte VW mit. Vor zwei Monaten waren die Pläne erstmals im Aufsichtsrat behandelt worden – und dort am Widerstand der Arbeitnehmerseite und des Landes Niedersachsen gescheitert.
Zwickau und drei weitere Standorte ohne Perspektive
Für vier Werke im Konzern kann laut VW keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleistet werden. Besonders im Blickpunkt steht der sächsische Standort Zwickau, den VW zum reinen Elektroauto-Werk umgebaut hatte. Zwickau muss nach den Plänen ebenso um seine Zukunft bangen wie Emden, Hannover und Neckarsulm.
Der Wegfall der bisherigen Produktion an diesen vier Standorten soll gestaffelt zwischen 2031 und 2034 greifen. Für die Werke würden „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft", so das Unternehmen. Für die europäischen Werke solle bis Ende Juni 2027 ein Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden.
IG Metall und Betriebsrat sehen Eskalation abgewendet
IG Metall und Konzernbetriebsrat werteten die Einigung als Erfolg. Eine Eskalation sei damit verhindert worden, erklärten IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einer gemeinsamen Mitteilung. „Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen war nicht zielführend“, kritisierten beide.
Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente sei vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen erfolgreich abgewehrt. „Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt“, betonten Benner und Cavallo. Für alle Standorte müssten nun konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sei weiterhin der Vorstand in der Pflicht. (mit dpa)
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