Europas größter Autobauer Volkswagen steht laut einem Medienbericht vor einem umfassenden Konzernumbau. Weltweit sollen demnach bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen, betroffen wäre auch das sächsische Werk in Zwickau mit etwa 8000 Mitarbeitern.
Dimension des VW-Stellenabbaus verdoppelt
Der Volkswagen-Konzern könnte einem Bericht des Manager Magazins zufolge in den kommenden Jahren bis zu 100.000 der derzeit rund 657.000 Arbeitsplätze streichen. Das Magazin beruft sich auf Insider. Damit würde sich das bisherige Abbauziel von 50.000 Stellen bis 2030 verdoppeln. Ob der zusätzliche Abbau ebenfalls bis 2030 oder erst danach erfolgen soll, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Konzernchef Oliver Blume habe seine Pläne für ein neues Sanierungskonzept bereits dem Vorstand vorgestellt, hieß es. Eine konkrete Zahl sei in dem zentralen Papier bewusst nicht genannt worden, sagte ein Insider dem Magazin. Damit solle Spielraum für die weitere Ausgestaltung bleiben. Volkswagen selbst äußerte sich dem Bericht zufolge zunächst nicht.
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Vier Werke vor möglicher Schließung, Zwickau bedroht
Mittelfristig könnten dem Bericht zufolge vier Werke geschlossen werden. Betroffen wären die Volkswagen-Standorte Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Mit dem Auslaufen der dort gefertigten Modelle solle die Produktion eingestellt werden.
Das Werk in Zwickau hat besondere Bedeutung für die Elektrostrategie des Konzerns. Nach Angaben des Unternehmens beschäftigte der Standort Ende 2025 rund 8000 Mitarbeiter. Seit Juni 2020 werden dort ausschließlich Elektrofahrzeuge gefertigt. Wie ein Stellenabbau in dem berichteten Ausmaß umgesetzt werden könnte, ist offen. Bei Volkswagen gilt bislang eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030, bei Audi bis Ende 2033.
Darüber hinaus plant der Wolfsburger Autobauer laut dem Bericht eine umfassende Neuordnung seiner Struktur. So sollten sowohl die Kernmarke Volkswagen als auch die Komponententochter aus dem Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden. In dieser Logik könnten einzelne Marken einfacher am Kapitalmarkt platziert werden, heißt es in dem Bericht.
VW äußert sich: „Tiefgreifende Transformation“ nötig
Ein Sprecher von Volkswagen wollte den Bericht auf Anfrage dieser Zeitung nicht kommentieren. Richtig sei jedoch, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchliefen. Der Konzernvorstand habe wiederholt betont, dass das bisherige Geschäftsmodell – Autos in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu produzieren und weltweit zu exportieren – so nicht mehr für alle Marken funktioniere.
Neue Zölle, härterer Wettbewerb und stagnierende oder rückläufige Märkte bedeuteten für das Unternehmen derzeit Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe pro Jahr, erklärte der Sprecher. Der gesamte Konzern müsse seine Wettbewerbsfähigkeit erheblich steigern, was eine stärkere Fokussierung sowie konsequentere Kosten- und Investitionsdisziplin erfordere.
Der Vorstand habe in den vergangenen Monaten an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet, der nach Befassung des Aufsichtsrats umgesetzt werden solle. Ziel sei es, die Volkswagen Group bis 2030 „zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt“ zu machen.
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