Wenn ein deutscher Außenminister öffentlich erklärt, die Bombardierung einer Hauptstadt und die Entführung eines Staatspräsidenten seien „im Grunde das Gleiche“ wie zu schnelles Fahren innerorts, dann ist das entweder ein bemerkenswerter Ausdruck politischer Sorglosigkeit – oder ein Einblick in das tatsächliche Koordinatensystem der Bundesregierung. Johann Wadephul hat in einem Interview mit dem neuen ZDF-Format „Next Stop Köster“ der „heute-show“ die gewaltsame Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch amerikanische Spezialkräfte – eine Operation mit mehr als 100 Toten – mit dem Übertreten der innerorts geltenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde gleichgesetzt.
Völkerrecht
Der Fall Wadephul: Wenn das Völkerrecht zur Straßenverkehrsordnung schrumpft
Der deutsche Außenminister verharmlost Angriffe der USA mit mehr als 100 Toten, seine Sprecherin flüchtet sich in Satire. Regierungsamtliche Doppelmoral hat einen neuen Höhepunkt erreicht.
8 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU): inszeniert sich gerne als Macher.
© Thomas Trutschel
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*