Rüstung

Waffen im Weltraum: USA bestätigen erstmals Stationierung

Die USA haben erstmals öffentlich bestätigt, Waffen zur Kontrolle des Weltraums im Orbit zu stationieren. Diese sollen zur Verteidigung gegen „feindliche Aktionen“ in der Lage sein.

3 Min
Eine New-Glenn-Rakete von Blue Origin startet vom Launch Complex 36 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida.

Eine New-Glenn-Rakete von Blue Origin startet vom Launch Complex 36 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida.

© ZUMA Press Wire/imago

Die USA haben erstmals offiziell bestätigt, Waffen im Weltraum stationiert zu haben. „Die Vereinigten Staaten verfügen nun über Weltraumkontrollwaffen, die in der Lage sind, die gemeinsamen Streitkräfte gegen feindliche Aktionen zu verteidigen“, sagte der US-Luftwaffenminister Troy Meink am Montag, wie die Financial Times berichtete. Weitere Angaben machte er nicht.

Nach Angaben der Zeitung fügte er hinzu, seine Formulierung sei „aus Abschreckungsperspektive wichtig“ und weitere Ausführungen darüber, „was wir tun, würden dieser Abschreckung tatsächlich nicht dienen“. Die USA müssten sicherstellen, dass sie im Weltraum „frei agieren“ können.

Space Force während Trumps erster Amtszeit gegründet

Die Space Force versteht unter Weltraumkontrolle Einsatzbereiche, „die erforderlich sind, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen“, wie AFP berichtet. Dabei könnten „kinetische und nicht-kinetische Mittel“ eingesetzt werden. Clayton Swope vom Aerospace Security Project des US-Thinktanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) sagte der Financial Times, zur Weltraumkontrolle könnten etwa Angriffe auf Satelliten-Bodenstationen oder das Stören von Satellitenkommunikation gehören.

Die Space Force wurde 2019 während Trumps erster Amtszeit als neuer Teil der US-Streitkräfte gegründet. Sie soll US-Weltraumressourcen schützen, darunter Hunderte Satelliten für Kommunikation und Überwachung, wie die BBC berichtet.

Die US Space Force verweist in diesem Zusammenhang auf die militärischen Weltraumprogramme Russlands und Chinas, wie AFP berichtet. China entwickele und betreibe „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten“ als Teil seiner militärischen Modernisierung, erklärte die Space Force dem Bericht zufolge. Russland betrachte den Weltraum als „Kriegsschauplatz“ und gehe davon aus, dass die Vorherrschaft dort ein entscheidender Faktor künftiger Konflikte sein werde.

Weltraumvertrag: Konventionelle Waffen nicht enthalten

Auch das geplante US-Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ setzt auf Fähigkeiten im Weltraum. Nach Angaben der BBC betrachtet die Trump-Regierung weltraumgestützte Systeme und Abfangraketen als wichtigen Bestandteil des Vorhabens zum Schutz der USA vor Raketen und anderen Bedrohungen aus der Luft.

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Der 1967 geschlossene Weltraumvertrag verbietet die Stationierung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen im Weltraum. Die USA, Russland und China gehören zu den Vertragsstaaten. Konventionelle Waffen im Orbit sind von dem Verbot dagegen nicht erfasst, wie AFP berichtet.

Neben der Stationierung von Waffen gewinnen dem Bericht zufolge auch andere Möglichkeiten zur Bekämpfung gegnerischer Satelliten an Bedeutung. Dazu zählen etwa das Stören oder Angreifen von Satelliten, die für militärische Kommunikation, Überwachung und Navigation genutzt werden. (mit AFP)

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