Die britische Interims-Geschäftsträgerin in Moskau, Danae Dholakia, ist am Freitag in das russische Außenministerium einbestellt worden. Angesichts einer „Ausweitung der Lieferungen“ von Drohnen und anderen Waffen an die Ukraine sei ihr ein „entschiedener Protest“ übermittelt worden, teilte das russische Außenministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit.
Die „konfrontative Haltung“ Großbritanniens im Zusammenhang mit dem Konflikt sei darauf ausgerichtet, ihn zu verlängern und zu eskalieren, erklärte das Ministerium dem Bericht zufolge. Dies erschwere eine politische Lösung. Russland warf Großbritannien zudem vor, sich durch die Lieferung weitreichender Waffen zum „Komplizen“ der „blutigen Untaten“ der ukrainischen Führung zu machen.
Das Außenministerium erklärte laut AFP weiter, Moskau behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Jede britische Militäreinrichtung in der Ukraine, die für Angriffe auf Russland genutzt werde, sei „ein legitimes Ziel“.
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Spannungen zwischen Großbritannien und Russland
Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind angespannt. Der russische Botschafter in Großbritannien, Andrei Kelin, beendete laut Guardian im Juli seine siebenjährige Amtszeit und verließ das Land. Einen Nachfolger hat Moskau dem Bericht zufolge bislang nicht benannt.
Die russische Botschaft erklärte laut dem Bericht, dass daraus keine Absicht zur Herabstufung der diplomatischen Beziehungen abgeleitet werden könne. Die Website der britischen Regierung nennt einen Botschafter in Russland: Nigel Casey, der das Amt seit 2023 innehat.
Drohnenlieferungen an die Ukraine
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten sich im August nach Berichten über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen Angriffen auf Ziele in Russland verschärft. Reuters berichtete zu dem Zeitpunkt, Russland habe Großbritannien mit „Konsequenzen“ gedroht. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur nicht, dass bei den Angriffen tatsächlich britische Drohnen eingesetzt worden waren.
Zwei britische Unternehmen sollen Drohnen gebaut haben, die an die Ukraine geliefert wurden, berichtete die BBC in diesem Zusammenhang. Eine Militärquelle bestätigte demnach, dass britische Drohnen bei Angriffen auf Russland eingesetzt wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
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Im Juni hatte Großbritannien nach Angaben von Reuters angekündigt, der Ukraine bis Ende 2026 insgesamt 150.000 Drohnen zur Verfügung zu stellen. Die Lieferung ist demnach Teil eines Militärhilfepakets im Umfang von 752 Millionen Pfund.
Der britische Premierminister Andy Burnham sagte laut Reuters im August, sein Land werde die Ukraine weiterhin „100 Prozent“ unterstützen. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums teilte damals mit, das Land stehe „Schulter an Schulter“ mit der Ukraine und sei entschlossen, Kiew mit den benötigten militärischen Gütern zu versorgen.
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