Kriminalität

Waffenverbotszonen in Berlin: Polizei beschlagnahmte zahlreiche Messer

Die Berliner Polizei hat in den Waffenverbotszonen zahlreiche Messer sichergestellt. Während die Behörde von sinkenden Gewaltzahlen spricht, bleibt die Lage vor Ort angespannt.

Kai Kleinwächter dpa
2 Min
In der Berliner Waffenverbotszone wurden zahlreiche Messer von der Polizei beschlagnahmt.

In der Berliner Waffenverbotszone wurden zahlreiche Messer von der Polizei beschlagnahmt.

© IMAGO/Michael Bihlmayer

Nach einem Jahr Waffenverbotszonen am Kottbusser Tor, im Görlitzer Park und am Leopoldplatz zieht die Berliner Polizei eine positive Zwischenbilanz. Wie ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, führten Beamte zwischen Mitte Februar 2025 und Ende Januar insgesamt 5.220 Kontrollen durch. Dabei wurden 149 Messer sichergestellt und 269 Verfahren wegen Verstößen gegen die Verbotsregelung eingeleitet.

Der Schwerpunkt der Kontrollen lag am Leopoldplatz im Wedding: Dort überprüften Polizisten 3.366 Mal die Einhaltung des Verbots und beschlagnahmten allein 110 Messer. Dennoch kam es in den knapp zwölf Monaten zu 19 Messerangriffen und drei Vorfällen mit Schusswaffen.

Polizei sieht abschreckende Wirkung

Die Polizei betonte, dass gezielte Durchsuchungen eine deutlich höhere abschreckende Wirkung entfalteten als reine Streifentätigkeit. Ein erster Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum zeige einen Rückgang der Messerattacken und Schusswaffenvorfälle in allen drei Zonen.

Die Gewerkschaft der Polizei äußerte sich hingegen kritisch. Landeschef Stephan Weh bezeichnete die Verbotszonen als „Placebo“, da Waffen außerhalb der Zonen nicht weniger gefährlich seien.

Gewerbetreibende erleben keine Verbesserung

Vor Ort bleibt die Skepsis groß. Ein Mitarbeiter eines Supermarkts am Kottbusser Tor sagte: „Es hat sich nichts verändert.“ Diebstähle und Drogenhandel seien unverändert präsent. Ein Schuster am Platz zeigte sich ratlos: Mutmaßliche Dealer würden zwar regelmäßig abgeführt, kämen aber umgehend wieder frei. Er fragte sich, ob die Probleme nicht lediglich an andere Orte verdrängt würden.

Innensenatorin Iris Spranger verteidigte die Maßnahme als Teil eines Gesamtkonzepts gegen die steigende Zahl von Messerangriffen in der Hauptstadt.

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