Nach der Meuterei seiner Söldner hat es wochenlang kein Lebenszeichen vom Wagner-Chef gegeben. Nun taucht ein erstes und höchst unerwartetes Foto von Jewgeni Prigoschin auf. Auf einem Feldbett sitzend, grüßt der Millionär und ehemalige Vertraute Putins in die Kamera. Er zeigt sich als einfacher Soldat. Das Bild ist in einem der privaten Söldnertruppe nahestehenden Telegramkanal verbreitet worden. Aus den Metadaten lässt sich schließen, dass das Foto am 12. Juli um 7.24 Uhr morgens aufgenommen worden sein soll. Mehrere deutsche Medien berichteten darüber.
Das Zeltlager in dem Foto könnte sich laut dem Post im belarussischen Exil befinden. Es lässt sich nicht unabhängig prüfen, ob das der Wahrheit entspricht. Bekannt ist auch nicht, seit wann Prigoschin bei seiner Truppe ist. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass sich der Söldner-Chef in Russland aufhält. Erst vor wenigen Tagen haben die Wagner-Söldner zehntausende Waffen, Geschütze und Munition an die russische Armee übergeben.
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Unterhosenfoto: Prigoschins Versuch einer Gegendarstellung?
Prigoschin zeigte sich bisher überwiegend als Kommandeur seiner Privatarmee an der Front. Kurze Zeit nach dem Wagner-Aufstand tauchten jedoch Fotos von Prigoschins prachtvoller Villa auf. Die vom russischen Geheimdienst (FSB) veröffentlichten Bilder sollten bei einer Hausdurchsuchung am Tag des Putsches entstanden sein. Zu sehen sind neben der Villa auch der Garten, in dem ein Hubschrauber stationiert ist, sowie eine luxuriöse Innenausstattung mit Swimmingpool, Billardtisch, Whirlpool und sogar einen Raum mit eigenem Krankenhausbett und medizinischem Material.
Laut einer Analyse russischer Staatsmedien des Thinktank Institute for the Study of War (ISW) versuchen die Medien, Prigoschin als Lügner darzustellen. Seine Inszenierung als einfacher Soldat in Unterhose auf einem Feldbett könnte ein Versuch der Gegendarstellung zum prunkvollen Luxus sein.
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